In die Studie eingeschlossen wurden 315 Patienten (im Mittel 42 Jahre, 93 % Frauen, mittlere Krankheitsdauer 10 Jahre) mit moderatem bis schwerem SLE (SLEDAI-2K-Score ca. 11; persistierende oder häufig fluktuierende Krankheitsaktivität mit Schüben) trotz stabiler Standardtherapie (SoC) einschließlich Antimalariamitteln (ca. 82 %), Glukokortikoiden (GK; 82 %) und Immunsuppressiva (IS; ca. 63 %). Die Teilnehmer wurden im Verhältnis 2:1 für 48 Wochen auf i.v. Dapirolizumab pegol (n=208) oder Placebo (n=107) alle 4 Wochen (jeweils plus SoC) randomisiert. Im Anschluss konnten die Patienten in eine Open-labe-Extension übergehen. Primärer Endpunkt war das BILAG-basierte Composite Lupus Assessment (BICLA)-Ansprechen zu Woche 48. Sekundäre Endpunkte umfassten das SLE Responder Index (SRI)-4-Ansprechen zu Woche 48 und die Prävention schwerer BILAG-Schübe bis Woche 48.
DEUTLICHER RÜCKGANG DER KRANKHEITSAKTIVITÄT
Insgesamt 90,1 bzw. 84,3 % der Dapirolizumab pegol oder Placebo (plus SoC) erhaltenden Patienten schlossen die Studie ab. Der primäre Endpunkt wurde erreicht: 49,5 vs. 34,6 % der Patienten zeigten ein BICLA-Ansprechen zu Woche 48 (p=0,0110; Δ14,6 %). Noch größer war die Differenz zugunsten von Dapirolizumab pegol im Hinblick auf das SRI-4-Ansprechen zu Woche 48 mit 60,1 vs. 41,4 % (nominal p=0,0014; Δ18,8 %) (Abb.). Mit 11,6 versus 23,4 % kam es auch bei weniger Patienten zu schweren BILAG-Schüben bis Woche 48 (nominal p=0,0257; Δ11,5 %). In Woche 48 erreichten zudem mit 40,9 vs. 19,6 % (nominal p<0,0001) bzw. 19,2 vs. 8,4 % (nominal p=0,0056 ) mehr Patienten unter Dapirolizumab pegol versus Placebo eine niedrige Krankheitsaktivität (LLDAS) bzw. DORIS-Remission in Woche 48.
Per Protokoll musste bei Patienten mit einer GK-Dosis >7,5 mg/Tag Prednisolonäquivalent bis spätestens Woche 8 ein Tapering auf ≤7,5 mg/Tag gestartet werden. Bei den Patienten mit einer GK-Dosis >7,5 mg/Tag zu Baseline gelang unter Dapirolizumab pegol zu Woche 48 häufiger eine Steroidreduktion auf ≤7,5 mg/Tag (72,4 vs. 52,9 %, nominal p=0,0404; Δ17,1 %). Ein höherer Anteil der Patienten unter Dapirolizumab pegol hatte ≥1 therapieassoziiertes unerwünschtes Ereignis (TEAE; 82,6 vs. 75,0 %), jedoch waren schwerwiegende TEAE seltener (9,9 vs. 14,8 %). Zu opportunistischen Infektionen kam es bei 2,8 vs. 0,9 %, in beiden Gruppen waren schwere Infektionen selten. Bei Patienten mit prädisponierender Anamnese kam es unter Dapirolizumab pegol zu einem thromboembolischen TEAE (Myokardinfarkt) und einem Todesfall (infolge einer Gangrän-assoziierten Sepsis).
FAZIT
Die Ergebnisse bestätigen den potenziellen Stellenwert von Dapirolizumab pegol bei SLE: In Kombination mit einer SoC führte der CD40L-Inhibitor zu einem signifikanten Rückgang der Krankheitsaktivität (BICLA- und SRI-4-Ansprechen) und verbesserten GK-Tapering bei insgesamt guter Verträglichkeit. Von einer Zulassung bei SLE ist man aber noch ein gutes Stück entfernt, eine weitere Phase-III-Studie namens PHOENICS FLY (deren Abschluss 2027 erwartet wird) läuft derzeit noch.
Quelle: Lancet 2026; 407(10545): 2291-2304
