POLYMYALGIA RHEUMATICA

Clofutriben könnte Prednisolon-Toxizität verringern

Glukokortikoide (GK) sind bei PMR überaus effektiv, ihre Anwendung wird jedoch durch langfristige Nebenwirkungen eingeschränkt. Eine internationale Studiengruppe um David A. Katz, Portland (USA), untersuchte jetzt in einer kontrollierten Studie, ob der selektive 11b-Hydroxysteroid-Dehydrogenase-Typ-1-Inhibitor Clofutriben durch die Reduktion der aktiven intrazellulären GK-Exposition deren Toxizität stärker als die Wirksamkeit verringert. Die Hypothese war, dass sich durch eine Erhöhung der Prednisolon-Dosis die ursprüngliche Wirksamkeit wiederherstellen lässt und so das Nutzen-Risiko-Profil verbessert wird.

In sequenziellen Kohorten erhielten 53 PMR-Patienten in Remission oder niedriger Krankheitsaktivität (einfach verblindet) für zwei Wochen Prednisolon 10 mg/Tag mit Placebo, gefolgt von Clofutriben mit jeweils 10, 15, 20 oder 30 mg/Tag Prednisolon für weitere zwei Wochen. Jeweils 49 bzw. 47 Teilnehmer schlossen die Studienphasen mit auswertbaren Daten ab. Fünf (von 13) Patienten, die Prednisolon 10 mg/Tag mit Clofutriben erhielten, erlitten ein klinisches Rezidiv.

Bei keiner anderen der Kombinationen (mit höheren GK-Dosen) traten Rückfälle auf. Die Teilnehmer berichteten über stärkere Symptome und körperliche Einschränkungen unter Prednisolon 10 oder 15 mg/Tag, nicht jedoch, wenn Clofutriben mit den höheren GK-Dosen von 20 oder 30 mg/Tag kombiniert wurde. Auch im Hinblick auf Entzündungsmarker zeigte sich ein ähnliches Muster. Über alle Prednisolon-Dosen hinweg verringerte die gleichzeitige Gabe von Clofutriben GK-bedingte Nebenwirkungen auf Marker für die Knochenbildung und -resorption, den Lipidstoffwechsel, Hyperkoagulabilität sowie die kardiovaskuläre und adrenale Funktion.

Die zuvor auf dem EULAR-Kongress 2025 präsentierte Kurzzeitstudie zeigte somit, dass Clofutriben in Kombination mit Prednisolon die GK-assoziierte Toxizität mildert und zugleich deren entzündungshemmenden Eigenschaften aufrechterhält. Weitere Studien zur Bewertung des Potenzials des HSD-1-Inhibitors zur Verbesserung des Nutzen-Risiko-Profils von Prednisolon sind damit gerechtfertigt, dies sicherlich auch über die PMR hinausgehend.

Quelle: Ann Rheum Dis 2025; doi: 10.1016/j.ard.2025.10.015