Die Studie nutzte Daten aus dem CorEvitas Rheumatoid Arthritis-Register zu RA-Patienten, die jeweils eine der b/tsDMARD-Therapien (TNF-Inhibitoren, Abatacept, IL-6-Inhibitoren, B-Zell-Depletionstherapie und JAK-Inhibitoren) begannen und aus 160 rheumatologischen Praxen in den USA rekrutiert wurden. Die Patienten mussten eine moderate oder hohe Krankheitsaktivität aufweisen (CDAI-Score >10). Chronische Nierenerkrankung wurde als eGFR <60 ml/min pro 1,73 m2 zum Zeitpunkt der Einleitung des b/tsDMARD definiert. Der primäre Endpunkt war das Erreichen einer CDAI-Remission. Mittels Propensity-Scores wurden die Charakteristika von Patienten mit und ohne reduzierte eGFR ausgeglichen. Mit Cox-Regressionsanalysen wurden Hazard Ratios (HRs) einer reduzierten eGFR für eine CDAI-Remission geschätzt.
Zwischen 2001 und 2023 wurden 12.123 b/dsDMARD-Initiierungen bei 9.601 RA-Patienten identifiziert (im Mittel 59 Jahre, 80,2 % Frauen), entsprechend einem Follow-up über 51.931 Personenjahre (PJ). Davon erfolgten 10.857 (89,6 %) bei Patienten mit erhaltener und 1.266 (10,4 %) bei Patienten mit reduzierter eGFR. 3.025 (27,9 %) der b/tsDMARD-Initiierungen bei Patienten mit erhaltener eGFR führten zu einer CDAI-Remission gegenüber 246 (19,4 %) jener bei Patienten mit reduzierter eGFR. Eine reduzierte war im Vergleich zur erhaltenen eGFR mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für einer CDAI-Remission verbunden (HR 0,71; 95% KI 0,62-0,82, adjustierte HR 0,76; 95% KI 0,66-0,88).
Obwohl b- und tsDMARDs im Allgemeinen gut vertragen wurden und effektive Optionen darstellen, haben RA-Patienten mit reduzierter eGFR eine geringere Wahrscheinlichkeit, eine Remission zu erreichen. Für diese Hochrisikopopulation besteht somit weiter ein Bedarf für individuell angepasste Therapiestrategien.
Quelle: Lancet Rheumatol 2026; doi: 10.1016/S2665-9913(26)00046-9
