RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Chronische Nierenerkrankung: Wie effektiv sind b/tsDMARDs?

Chronische Nierenerkrankungen (CKD) sind eine häufige Begleiterkrankung der rheumatoiden Arthritis (RA). Da es bislang nur wenige und widersprüchliche Erkenntnisse zur Anwendung von b/tsDMARDs bei RA-Patienten mit CKD gibt, untersuchten japanische und US-amerikanische Rheumatologen um Sho Fukui, Tokyo, und Daniel Solomon, Boston, in einer multizentrischen, prospektiven Kohortenstudie deren Wirksamkeit und Persistenz in einem solchen Kollektiv.

Die Studie nutzte Daten aus dem CorEvitas Rheumatoid Arthritis-Register zu RA-Patienten, die jeweils eine der b/tsDMARD-Therapien (TNF-Inhibitoren, Abatacept, IL-6-Inhibitoren, B-Zell-Depletionstherapie und JAK-Inhibitoren) begannen und aus 160 rheumatologischen Praxen in den USA rekrutiert wurden. Die Patienten mussten eine moderate oder hohe Krankheitsaktivität aufweisen (CDAI-Score >10). Chronische Nierenerkrankung wurde als eGFR <60 ml/min pro 1,73 m2 zum Zeitpunkt der Einleitung des b/tsDMARD definiert. Der primäre Endpunkt war das Erreichen einer CDAI-Remission. Mittels Propensity-Scores wurden die Charakteristika von Patienten mit und ohne reduzierte eGFR ausgeglichen. Mit Cox-Regressionsanalysen wurden Hazard Ratios (HRs) einer reduzierten eGFR für eine CDAI-Remission geschätzt.

Zwischen 2001 und 2023 wurden 12.123 b/dsDMARD-Initiierungen bei 9.601 RA-Patienten identifiziert (im Mittel 59 Jahre, 80,2 % Frauen), entsprechend einem Follow-up über 51.931 Personenjahre (PJ). Davon erfolgten 10.857 (89,6 %) bei Patienten mit erhaltener und 1.266 (10,4 %) bei Patienten mit reduzierter eGFR. 3.025 (27,9 %) der b/tsDMARD-Initiierungen bei Patienten mit erhaltener eGFR führten zu einer CDAI-Remission gegenüber 246 (19,4 %) jener bei Patienten mit reduzierter eGFR. Eine reduzierte war im Vergleich zur erhaltenen eGFR mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit für einer CDAI-Remission verbunden (HR 0,71; 95% KI 0,62-0,82, adjustierte HR 0,76; 95% KI 0,66-0,88).

Obwohl b- und tsDMARDs im Allgemeinen gut vertragen wurden und effektive Optionen darstellen, haben RA-Patienten mit reduzierter eGFR eine geringere Wahrscheinlichkeit, eine Remission zu erreichen. Für diese Hochrisikopopulation besteht somit weiter ein Bedarf für individuell angepasste Therapiestrategien.

Quelle: Lancet Rheumatol 2026; doi: 10.1016/S2665-9913(26)00046-9