In die Studie wurden Säuglinge mit JIA eingeschlossen, die zwischen 2011 und 2020 in die Datenbank der Kerndokumentation rheumakranker Kinder und Jugendlicher aufgenommen und prospektiv beobachtet wurden. Die Daten wurden retrospektiv durch ein spezielles Modul für JIA mit frühem Beginn ergänzt. Um Unterschiede in der Krankheitspräsentation zu analysieren, wurde die Säuglingsgruppe mit jenen Patienten verglichen, bei denen sich die JIA „erst“ im Alter von >1 bis <6 Jahren (Kleinkind-Beginn) entwickelte.
Insgesamt wurden 90 Betroffene (62 % weiblich) mit JIA im Säuglingsalter in 18 pädiatrisch-rheumatologischen Zentren in Deutschland identifiziert, mit einem Krankheitsbeginn im mittleren Alter von 9,5 Monaten. Im Vergleich zu den Kleinkindern waren die Säuglinge häufiger von systemischer JIA betroffen. Die Zeit vom Symptombeginn bis zur ersten rheumatologischen Vorstellung war bei Säuglingen signifikant länger als bei Kleinkindern (3,1 vs. 2,3 Monate; p=0,025).
Beim Follow-up erhielten 66 % der Patienten mit JIA im Säuglingsalter und 59 % mit JIA im Kleinkindalter DMARDs. Obwohl beide Gruppen initial eine vergleichbare Krankheitsaktivität aufwiesen, zeigte die Säuglingsgruppe beim Follow-up eine signifikant höhere Krankheitsaktivität (cJADAS10 3,0 vs. 2,1; p=0,034). Ein sehr früher JIA-Beginn wird somit häufig spät diagnostiziert, wodurch eine angemessene Behandlung verzögert wird.
Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, das Bewusstsein und die frühzeitige Erkennung einer nicht-infektiösen Arthritis bei Säuglingen zu verbessern und eine rechtzeitige, effektive Therapie einzuleiten, um potenzielle Langzeitfolgen zu minimieren.
Quelle: Rheumatology 2026; 65(2): keaf586
