Insgesamt 5 Patienten mit refraktärer SSc erhielten eine 14-tägige kontinuierliche i.v.-Infusion von Blinatumomab (9 µg/Tag für 7 Tage, gesteigert auf 28 µg/Tag für 7 Tage). Die Sicherheitsbewertung umfasste das Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS), Neurotoxizität, Infektionen und die Ig-Serumspiegel. Zu den explorativen Wirksamkeitsparametern gehörten der modifizierte Rodnan Skin Score (mRSS), Lungenfunktionstests und PROs. Immunologische Endpunkte umfassten periphere CD19+ B-Zellzahlen, die Phänotypisierung von B-Zell-Subpopulationen und eine 6-Gen-Typ-I-Interferon-Signatur. Das Follow-up der Patienten betrug im Median 8 Monate.
Blinatumomab wurde gut vertragen, nur drei Patienten entwickelten ein niedriggradiges CRS (Grad 1, n=2; Grad 2, n=1), das konservativ behandelt werden konnte. Neurotoxizität oder schwere Infektionen blieben aus. Bei allen Patienten wurde eine rasche periphere CD19+ B-Zell-Depletion erreicht. Die B-Zell-Repopulation erfolgte nach einem Monat bei allen bis auf einen Patienten, es dominierten naiven und transitionale Zellsubsets. Nach 3 Monaten zeigten sich moderate klinische Verbesserungen, darunter eine mediane Reduktion des mRSS um -4 Punkte ausgehend von 16 Punkten zu Baseline sowie eine vorübergehende Verbesserung der Lungenfunktion und der PROs. Allerdings erlitten alle Patienten zwischen Monat 3 und 6 ein klinisches Rezidiv, sodass zumeist die immunsuppressive Therapie wieder aufgenommen wurde.
Die CD19-vermittelte T-Zell-Aktivierung durch Blinatumomab führt bei refraktärer SSc zu einer raschen B-Zell-Depletion und kurzfristigen klinischen Verbesserungen, jedoch fehlt nach einem einzelnen Behandlungszyklus die Nachhaltigkeit des Effekts.
Quelle: Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.02.002
