Zehn Patienten mit schwerer und therapierefraktärer SSc (70 % Frauen, median 51 Jahre) wurden Off-Label mit Teclistamab behandelt. Blut- sowie Haut- und Knochenmarkproben wurden mittels Immunhistochemie und Durchflusszytometrie analysiert; Serumantikörper wurden mittels ELISA quantifiziert. Die klinische Wirksamkeit wurde unter anderem anhand des ACR-CRISS-Scores bewertet.
Zwei Patienten mit fortgeschrittener kardialer Beteiligung verstarben kurz nach Therapiebeginn. B-Zellen und Plasmazellen wurden im Knochenmark und in der Haut nahezu vollständig eliminiert, einhergehend mit einer medianen Reduktion der Anti-Topoisomerase-Antikörpertiter um 70,6 % sowie einem Rückgang der Serum-IgG-Spiegel und der Impftiter. Nach einem medianen Follow-up von 3,75 Monaten erreichten 71 % bzw. 43 % der Patienten ein Ansprechen gemäß den revidierten ACR-CRISS-25- bzw. ACR-CRISS-50-Kriterien. Bei Patienten mit interstitieller Lungenerkrankung zeigten sich bis zur 12. Woche radiologische und funktionelle Verbesserungen, wobei die FVC median um 7% anstieg. Auch die Hautfibrose besserte sich: Der mRSS sank median um 35,9 %, begleitet von einer entsprechenden Abnahme FAP-alpha-positiver Fibroblasten in den Hautbiopsien.
Im Ergebnis bewirkte Teclistamab eine tiefgreifende Depletion von B-Zellen und Plasmazellen im Gewebe sowie ein rasches klinisches und serologisches Ansprechen, zudem gab es Hinweise auf eine potenzielle Modifikation fibrotischer Prozesse. Diese Daten unterstreichen das Potenzial von BCMA-gerichteten Therapien, in Anbetracht beträchtlicher Nebenwirkungen (alle Patienten mit schwerer Hypogammaglobulinämie, 50 % CRS Grad 1-2, aber kein ICANS) ist aber eine sehr sorgfältige Patientenselektion unabdingbar.
Quelle: Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.05.023
