SYSTEMISCHE SKLEROSE

BiTE-Antikörper überzeugt bei therapierefraktären Fällen

Erste Ergebnisse aus kleinen Fallserien deuten darauf hin, dass eine gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) gerichtete Therapie mit dem BCMA/CD3 BiTE-Antikörper Teclistamab bei schwerer und refraktärer systemischer Sklerose (SSc) wirksam und gut verträglich sein könnte. Deutsche Experten um Tobias Alexander, Berlin, berichteten jetzt über die klinischen Ergebnisse, serologischen Veränderungen und immunologischen Effekte von Teclistamab bei zehn refraktären SSc-Patienten.

Zehn Patienten mit schwerer und therapierefraktärer SSc (70 % Frauen, median 51 Jahre) wurden Off-Label mit Teclistamab behandelt. Blut- sowie Haut- und Knochenmarkproben wurden mittels Immunhistochemie und Durchflusszytometrie analysiert; Serumantikörper wurden mittels ELISA quantifiziert. Die klinische Wirksamkeit wurde unter anderem anhand des ACR-CRISS-Scores bewertet.

Zwei Patienten mit fortgeschrittener kardialer Beteiligung verstarben kurz nach Therapiebeginn. B-Zellen und Plasmazellen wurden im Knochenmark und in der Haut nahezu vollständig eliminiert, einhergehend mit einer medianen Reduktion der Anti-Topoisomerase-Antikörpertiter um 70,6 % sowie einem Rückgang der Serum-IgG-Spiegel und der Impftiter. Nach einem medianen Follow-up von 3,75 Monaten erreichten 71 % bzw. 43 % der Patienten ein Ansprechen gemäß den revidierten ACR-CRISS-25- bzw. ACR-CRISS-50-Kriterien. Bei Patienten mit interstitieller Lungenerkrankung zeigten sich bis zur 12. Woche radiologische und funktionelle Verbesserungen, wobei die FVC median um 7% anstieg. Auch die Hautfibrose besserte sich: Der mRSS sank median um 35,9 %, begleitet von einer entsprechenden Abnahme FAP-alpha-positiver Fibroblasten in den Hautbiopsien.

Im Ergebnis bewirkte Teclistamab eine tiefgreifende Depletion von B-Zellen und Plasmazellen im Gewebe sowie ein rasches klinisches und serologisches Ansprechen, zudem gab es Hinweise auf eine potenzielle Modifikation fibrotischer Prozesse. Diese Daten unterstreichen das Potenzial von BCMA-gerichteten Therapien, in Anbetracht beträchtlicher Nebenwirkungen (alle Patienten mit schwerer Hypogammaglobulinämie, 50 % CRS Grad 1-2, aber kein ICANS) ist aber eine sehr sorgfältige Patientenselektion unabdingbar.

Quelle: Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.05.023