PSORIASIS-ARTHRITIS

Biologika steigern Chancen auf Knochenerhalt

Bei der rheumatoiden Arthritis (RA) ist gut belegt, dass eine Therapie mit bDMARDs vor Knochenverlust und daraus potenziell resultierenden Frakturen schützt, wobei die REBONE-Studie nahelegt, dass hier die IL-6-Rezeptorinhibition mit Tocilizumab (anders als Adalimumab plus Methotrexat, MTX) womöglich sogar das Potenzial für die Reparatur von Erosionen hat. Im Gegensatz dazu ist bei Psoriasis-Arthritis (PsA) die Datenlage zu den Effekten von bDMARDs oder MTX auf die Knochenstruktur und –stärke bislang kaum untersucht. Dies ändert nun eine von Georg Schett, Erlangen, und Kollegen angestrengte Querschnittsstudie.

In der Studie wurden PsA-Patienten erfasst, die mit keinem DMARD, mit MTX oder einem bDMARD behandelt wurden und mittels hochauflösender peripherer quantitativer CT (HR-pQCT) des distalen Radius und einer Mikro-Finite-Elemente-Analyse (µFEA) sowohl die volumetrischen Knochendichten (vBMDs), mikrostrukturellen Parameter (Trabekeldichte und -zahl, kortikale Dicke) und biomechanischen Eigenschaften (Steifigkeit, Bruchlast) in den Gruppen ohne DMARD, jedwedem DMARD, MTX oder einem bDMARD bestimmt. Insgesamt flossen 165 PsA-Patienten in die Analysen ein, 79 ohne und 86 mit einer DMARD-Therapie; von letzteren erhielten wiederum 52 bDMARDs (TNFα-, IL-17- oder IL-12/23-Inhibitoren) und 34 MTX. Die jeweiligen Gruppen waren gut ausgewogen in Bezug auf Alter (im Mittel 49 Jahre), Geschlecht (>50 % Frauen), Komorbiditäten, funktionelle Indizes und knochenprotektive Therapien (z. B. Vitamin D oder Bisphosphonate), während die mittlere Krankheitsdauer in der bDMARD-Gruppe mit 7,8 Jahren am längsten war gefolgt von der MTX-Gruppe mit 4,6 Jahren und der Kontrollgruppe ohne DMARD mit nur 2,9 Jahren.    

Im Ergebnis zeigte sich keine Differenz der Knochenparameter zwischen der Kontroll- und MTX-Gruppe. Hingegen fand sich für die bDMARD-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant höhere Gesamt- (320 vs. 290 mg/cm3; p=0,001) und trabekuläre vBMD (174 vs. 165; p=0,005), größere kortikale Dicke (0,80 vs. 0,71 mm; p<0,001) und Bruchlast (p=0,012) sowie Steifigkeit (p=0,012) – dies trotz substanziell längerer Krankheitsdauer und höherer vorheriger Steroidexposition. Es war hierbei kein Unterschied zwischen der TNFα- und IL-17-Inhibition erkennbar. In Regressionsmodellen beeinflussten Alter und bDMARDs die Gesamt-vBMD, während sich Alter, Geschlecht und erneut eine bDMARD-Therapie auf die Bruchlast und Steifigkeit auswirkten. Für die MTX-Monotherapie wurden keine solchen Effekte beobachtet, obwohl gegenüber der bDMARD-Gruppe die Unterschiede in puncto Krankheitsaktivität (z. B. im DAPSA 15,8 vs. 12,3, Remission 18 vs. 19 %) vernachlässigbar waren. Als Fazit bleibt somit, dass bDMARD-behandelte PsA-Patienten trotz der längeren Krankheitsdauer von einer höheren Knochenmasse und besseren Knochenstärke gegenüber keinem DMARD oder MTX profitieren. Diese Daten stützen – analog zur RA – das Konzept einer besseren Kontrolle PsA-assoziierter Knochenveränderungen durch bDMARDs. 

Quelle: Arthritis Res Ther 2019; 21(1): 162