AXIALE SPONDYLOARTHRITIS

Bessere Wirksamkeit von TNF-Inhibitoren bei früher Erkrankung?

Gibt es ein „Window of Opportunity“ bei der axialen Spondyloarthritis? Dieser Frage gingen Schweizer Rheumatologen um Adrian Ciurea, Zürich, nach. Im Rahmen des Schweizer Registers für klinisches Qualitätsmanagement bei rheumatischen Erkrankungen (SCQM) untersuchten sie, ob bei Patienten mit „sehr früher“ axSpA, definiert als Rückenschmerz-Dauer ≤1 Jahr, die Wirksamkeit eines ersten TNF-Inhibitors (TNFi) bei sehr früher gegenüber etablierter axSpA besser ist.

In die Längsschnittbeobachtung gingen 3.324 axSpA-Patienten aus dem SCQM-Register ein, für die Daten zur Dauer der Rückenschmerzen vorlagen (≤1 Jahr = sehr frühe axSpA, n=441; >1 und ≤2 Jahre = frühe axSpA, n=218; >2 Jahre = etablierte axSpA, n=2.575). Bei 31, 38 bzw. 36 % der Patienten mit sehr früher, früher bzw. etablierter axSpA wurde erstmals ein TNF-Inhibitor verabreicht. Mithilfe adjustierter logistischer Regressionsmodelle wurde die Wahrscheinlichkeit für das Erreichen eines niedrigen Krankheitsaktivitätsstatus (ASDAS <2,1) nach einem Jahr verglichen. Das Therapieüberleben wurde mit multivariat adjustierten Cox-Regressionsmodellen analysiert.

Objektive Entzündungszeichen traten häufiger im sehr frühen Krankheitsstadium auf. Es zeigte sich aber kein Unterschied hinsichtlich des Erreichens eines ASDAS-Scores <2,1 nach Adjustierung auf Alter, Geschlecht, HLA-B27-Status, Bildungsstand, BMI, Rauchen, ASDAS-Score und sakroiliakale Entzündung im MRT (Odds Ratio, OR 1,08; 95% KI 0,70-1,68 bei sehr früher vs. etablierter axSpA).

Ebenso wurde kein signifikanter Unterschied in der TNFi-Therapiedauer zwischen sehr früher und etablierter axSpA festgestellt (Hazard Ratio, HR für Therapieabbruch 1,05; 95% KI 0,84-1,31).

FAZIT: Es fanden sich keine Hinweise auf eine höhere Wirksamkeit von TNFi bei Patienten mit sehr früher im Vergleich zu etablierter axSpA. Weitere Analysen sind erforderlich, um den langfristigen Nutzen einer frühzeitigen Intervention, insbesondere im Hinblick auf eine potenzielle Reduktion struktureller Schäden, zu untersuchen.

Quelle: RMD Open 2026; 12(1): e006647