Patienten mit Diagnose einer PsA oder axialen SpA wurden daraufhin untersucht, ob sie zunächst als PMR diagnostiziert wurden. Es wurden nur Patienten eingeschlossen, die retrospektiv die EULAR/ACR-Klassifikationskriterien von 2012 oder die Bird et al.-Kriterien für PMR erfüllten. Es wurden klinische Daten zur initialen PMR-Diagnose, Bildgebung, dem weiteren Follow-up und der Therapie erhoben, ebenso wie radiologische oder MRT-Befunde, die schließlich zur endgültigen Diagnose führten.
Insgesamt 31 Patienten (median 62 Jahre, 55 % Frauen) mit typischen PMR-Schulter-/Beckengürtelschmerzen wurden später als SpA-Spektrum-Erkrankungen klassifiziert. Die SpA-Diagnose wurde bei 12 Patienten innerhalb von drei Monaten nach Vorstellung und bei 19 im weiteren Verlauf nach median 3 Jahren gestellt. 15 % der getesteten Patienten waren HLA–B27-positiv. Ein BME in der MRT fand sich in 80 % der Fälle, im Bereich der Wirbelsäule (60 %) und/oder der Sakroiliakalgelenke (68 %). Eine klinische Besserung mit CRP-Normalisierung trat bei 68 % nach initialer Glukokortikoid (GK)-Therapie ein, wobei es bei einem Drittel dieser Patienten später zu einem Schub oder erneuten CRP-Erhöhung kam. 68 % aller Patienten erhielten DMARDs: 26 % csDMARDs, 35 % einen TNF- oder Interleukin-17-Inhibitor, die übrigen 32 % bekamen ≤10 mg/Tag GK.
Spät einsetzende SpA mit PMR-typischer klinischer Präsentation ist durch Therapieversagen oder Schwierigkeiten beim Ausschleichen von GK gekennzeichnet und wird häufig durch SpA-spezifische Osteitis-Muster im MRT erkannt. Womöglich könnte ein PMR–SpA-Overlap zur Wirksamkeit bestimmter Biologika bei steroidrefraktärer PMR beitragen.
Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; 78(1): 131-140
