SYSTEMISCHE SKLEROSE

Begleitende ANCA-assoziierte Vaskulitis hat Konsequenzen

Das gleichzeitige Auftreten von ANCA-assoziierten Vaskulitiden (AAV) bei systemischer Sklerose ist eher selten und wenig charakterisiert, wobei es auch nur begrenzte Daten zu den Auswirkungen von Therapien, insbesondere hochdosierten Glukokortikoiden (GK), auf beide Erkrankungen gibt. Ziel einer multizentrischen, retrospektiven Studie französischer Rheumatologen um Benjamin Terrier, Paris, war es, den klinischen Phänotyp, das Management und die Ergebnisse von Patienten mit überlappender SSc und AAV zu beschreiben.

In die an 18 französischen Zentren durchgeführte Studie wurden 30 Patienten (median 51,5 Jahre, 83 % Frauen) eingeschlossen, die die ACR/EULAR-Kriterien von 2013 für SSc und die ACR/EULAR-Kriterien von 2022 für AAV erfüllten. Es wurden klinische, biologische und radiologische Daten erhoben.

In allen Fällen ging die SSc der AAV voraus: 27 % wiesen eine diffus-kutane SSc, 73 % eine limitiert-kutane SSc auf. Anti-Scl70-Antikörper wurden bei 50 % der Patienten nachgewiesen, eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD) war bei 80 % vorhanden, überwiegend mit einem fibrosierenden nicht-spezifischen interstitiellen Pneumonie-Muster (54 %). Bei 90 % der Patienten lag eine mikroskopische Polyangiitis als AAV vor, mit MPO-ANCA-Positivität bei 93 %. Eine Nierenbeteiligung war häufig (76 %), mit einem medianen Serumkreatinin von 170 mmol/l und einer Proteinurie von 2 g/g. Alle Patienten erhielten GK in Kombination mit Cyclophosphamid (50 %) oder Rituximab (47 %). Es wurden keine Fälle einer sklerodermen renalen Krise beobachtet. SSc-Manifestationen, einschließlich ILD und Hautbeteiligung, blieben während der Beobachtungszeit stabil.

Take-Home-Message: AAV, überwiegend mikroskopische Polyangiitis mit MPO-ANCA, kann bei SSc (selten) auftreten, insbesondere bei Patienten mit fibrosierender ILD und Anti-Scl70. Standardmäßig bei der Vaskulitis eingesetzte Therapien scheinen wirksam zu sein und verschlechtern die Ergebnisse bei SSc nicht.

Quelle: Arthritis Rheumatol 2026; doi: 10.1002/art.70032