In der monozentrischen Studie wurden 432 APS-Patienten (medianes Alter 36 Jahre, 76 % Frauen) anhand ihres niedrigsten Thrombozytenwerts in drei Gruppen eingeteilt: schwere Thrombozytopenie (<50 G/l), moderate Thrombozytopenie (50-130 G/l) und keine Thrombozytopenie (≥130 G/l). 142 Patienten (32,9 %) entwickelten im Verlauf der Nachbeobachtung eine Thrombozytopenie, 57 (13 %) eine schwere und 85 (19,4 %) eine moderate Thrombozytopenie.
Bei diesen Patienten traten häufiger thrombotische Ereignisse auf, darunter tiefe Beinvenenthrombosen (49 vs. 37 %; p=0,014), Koronarthrombosen (15 vs. 6,6 %; p=0,006) und ein katastrophales APS (CAPS) (27 vs. 2,1 %; p<0,001). Eine Thrombozytopenie trat häufiger in Verbindung mit Präeklampsie (16,8 vs. 3,7 %; p<0,001) und anderen APS-Manifestationen auf, darunter Hautmanifestationen (Ulzera 4,9 vs. 1,4 %; p=0,046; Hautnekrose 7 vs. 0,7 %; p<0,001), kardiovaskuläre (MINOCA 7 vs. 0,7 %; p<0,001; Herzklappenerkrankungen 19,7 vs. 9,3 %; p=0,002), renale (18,3 vs. 3,1 %; p<0,001) und pulmonale Manifestationen (5,6 vs. 1 %; p=0,007). Ursachen einer schweren Thrombozytopenie waren hauptsächlich die Immunthrombozytopenie (ITP) und CAPS. Bei Patienten mit schwerer Thrombozytopenie erfolgte die Behandlung analog zur Therapie der primären ITP, und die Antikoagulation wurde in der Regel auch bei Blutungsereignissen fortgeführt. Das Gesamtüberleben war bei Patienten mit schwerer Thrombozytopenie signifikant schlechter (p<0,0001).
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Thrombozytopenie mit einem schwereren APS-Phänotyp und einer erhöhten Mortalität assoziiert ist. Diese Befunde unterstreichen die prognostische Bedeutung des Schweregrades der Thrombozytopenie bei APS und sprechen für eine vorsichtige Fortsetzung der Antikoagulation auch bei schwerer Thrombozytopenie.
Quelle: RMD Open 2026; 12(2): e006504
