RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Anämie bei RA: Höchste Evidenz für Tocilizumab

Kommt es im Rahmen der RA zu Anämie, scheint die IL-6-Inhibition mit Tocilizumab einer der vielversprechendsten Therapieansätze zu sein. Im Einklang mit früheren Fallserien zeigte nun die Auswertung einer elektronischen US-amerikanischen Datenbank, dass Tocilizumab im Vergleich zu konventionellen (cs)DMARDs, Biologika und auch Tofacitinib am besten abschnitt, schreiben die Autoren um Sanjoy Ketan Paul, Melbourne (Australien).

In die Analyse eingeschlossen wurden zwischen Januar 2000 und April 2016 gut 150.000 RA-Patienten, die eine Therapie mit Tocilizumab (n=3.732), Tofacitinib (n=3.126), anderen Biologika (n=55.964) oder csDMARDs (n=91.236) begonnen hatten. Als Kriterien für eine Besserung der RA-assoziierten Anämie wurden die Veränderungen des Hämoglobin (Hb)- und Hämatokrit (Hk)-Wertes bis zwei Jahre nach Therapiebeginn verfolgt mit Adjustierung auf Störfaktoren.

Nach 24 Monaten betrug der adjustierte mittlere Anstieg des Hb- und Hk-Spiegels in der Tocilizumab-Kohorte 0,23 g/dl bzw. 0,96 %. Bei jenen RA-Patienten mit vorliegender Anämie in der Tocilizumab-Gruppe kam es zu einem signifikanten Anstieg von Hb und Hk von 0,72 g/dl bzw. 2,06 %. In der Tocilizumab-Gruppe kam es im Vergleich zu den anderen (kombinierten) Gruppen mit 86 % höherer Wahrscheinlichkeit zu einem Hb-Anstieg ≥1 g/dl (p<0,001). In den anderen Therapiegruppen gab es keine signifikanten Veränderungen des Hb-Spiegels. Die mit anderen Biologika behandelten Patienten wiesen einen geringeren Hk-Anstieg als unter Tocilizumab auf, in den anderen Gruppen zeigten sich diesbezüglich keine signifikanten Veränderungen.  

Ein weiterer Befund: Im Vergleich mit Patienten, die Tocilizumab >12 Monate nach der RA-Diagnose erhielten, hatten jene, bei denen dies früher der Fall war, eine 95 % höhere Wahrscheinlichkeit für einen Hb-Anstieg binnen sechs Monaten (p<0,001). 

In diesem Real-world-Setting zeigten sich somit unter Tocilizumab relativ zu anderen RA-Medikationen vor allem bei anämischen Patienten signifikante Anstiege von Hämoglobin und Hämatokrit. Auch hier wären aber weitere prospektive Daten unter Einschluss der Effekte auf Fatigue wünschenswert.                  

Quelle: Semin Arthritis Rheum 2018; 47(4): 478-484