SYSTEMISCHER LUPUS ERYTHEMATODES

Allogene CD19 CAR-NK-Zelltherapie als nächster Schritt?

In letzter Zeit haben autologe CD19-spezifische CAR-T-Zellen eine hervorragende Wirksamkeit bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen gezeigt, der optimale Ansatz (autolog vs. allogen, CD19 mit z. B. BCMA oder NK) ist aber noch völlig offen. Chinesische Experten um Dongbao Zhao, Shanghai, evaluierten in einer Studie jetzt die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit der allogenen CD19 CAR natürliche Killerzellen (NK)-Zelltherapie bei (zumeist) Patientinnen mit rezidivierendem oder refraktärem systemischem Lupus erythematodes (SLE).

In dieser offenen, einarmigen, prospektiven, monozentrischen First-in-Human-Fallserie wurde die allogene CD19 CAR-NK-Zelltherapie bei 18 erwachsenen Patienten (94 % Frauen, medianes Alter und Krankheitsdauer 37,5 bzw. 10,5 Jahre) mit rezidivierendem oder refraktärem SLE erprobt, die trotz ≥2 vorherigen Standardtherapien (darunter bei 78 % Biologika wie Belimumab und Telitacicept sowie in einem Fall eine Plasmapherese) weiterhin eine moderate bis schwere Krankheitsaktivität zeigten. Die Studie umfasste eine zeitliche und Dosiseskalation, wobei erstere bei 7 Tagen lag und die Dosiseskalation mit 0,75 × 109 CAR-NK-Zellen an Tag 0 begann. Alle Patienten erhielten ein Konditionierungsschema mit Fludarabin (25 mg/m2 pro Tag) und Cyclophosphamid (300 mg/m2 pro Tag), verabreicht täglich von Tag –5 bis –3, gefolgt von drei CAR-NK-Zellinfusionen innerhalb eines einzigen Behandlungszyklus in gleicher Dosierung und mit identischen Abständen zwischen den Infusionen. Dosislimitierende Nebenwirkungen wurden über 28 Tage überwacht. Die primären Endpunkte der Studie waren Sicherheit und Verträglichkeit, einschließlich der Häufigkeit dosislimitierender Toxizitäten und Nebenwirkungen.

Ein Zytokinfreisetzungssyndrom wurde nur bei 6 % der Patienten (n=1) beobachtet (Grad 1). Neurotoxizität und andere schwerwiegende Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der CAR-NK-Zelltherapie traten nicht auf, und es wurden keine dosislimitierenden Toxizitäten festgestellt. Von 9 Patienten mit einem Follow-up ≥12 Monate erreichten 67 % eine DORIS-Remission und einen Lupus Low Disease Activity State (LLDAS).

Diese Studie legt nahe, dass die allogene CAR-NK-Zelltherapie eine wirksame Option bei Autoimmunerkrankungen wie SLE darstellt und die Einschränkungen der derzeitigen autologen CAR-T-Zelltherapie wie Herstellungskapazität und -zeit, Zugang, Sicherheit und Kosten adressieren könnte.

Quelle: Lancet 2026; 406(10522): 2968-2979