RHEUMATOIDE ARTHRITIS

ACPA/RF/SE+: Kein Vorteil von Abatacept versus Adalimumab

Aufgrund früherer Daten bestand die Vermutung, dass Patienten mit früher RA, unzureichendem Ansprechen auf MTX (IR), ACPA- und RF-Seropositivität sowie vorhandenem „Shared Epitope“ (SE)-Risikoallel (HLA-DRB1) ein besseres Ansprechen auf Abatacept im Vergleich zu einem TNF-Inhibitor wie Adalimumab zeigen könnten. Dieser Nachweis wurde in der von Paul Emery, Leeds (Großbritannien), und internationalen Kollegen publizierten randomisierten, einfach-verblindeten Phase-III-Studie AMPLIFIED jedoch klar verfehlt.

Der in AMPLIFIED erfolgte Head-to-Head-Vergleich war darauf ausgelegt, das Ansprechen auf eine Therapie mit Abatacept versus Adalimumab bei insgesamt 338 Patienten mit früher RA und MTX-IR sowie ACPA-, RF- und SE-Positivität zu bewerten. Die demografischen Ausgangsdaten, Krankheitsmerkmale und Glukokortikoid-Anwendung waren zwischen den Behandlungsgruppen ausgeglichen, 96 % der Teilnehmer schlossen die Studie ab.

Primärer Endpunkt war ein ACR50-Ansprechen in Woche 24 in der SE-positiven Subgruppe. Explorative Analysen umfassten Biomarker, Immunzellsubpopulationen und PROs.

Der primäre Endpunkt wurde deutlich verfehlt. Das ACR50-Ansprechen in Woche 24 betrug 59 % unter Abatacept im Vergleich zu 60 % unter Adalimumab (adjustierte Odds Ratio, OR 1,0; 95% KI 0,6-1,6). Die Spiegel von Anti-CCP-2, CRP und RF sanken unter beiden Substanzklassen. Abatacept und Adalimumab zeigten dabei unterschiedliche Auswirkungen auf die Immunmodulation, einschließlich der B-Zell-Homöostase. Unter beiden Therapien kam es zur Verbesserung der PROs, einschließlich der Schmerzsymptomatik. Abatacept und Adalimumab wiesen auch ähnliche Raten an unerwünschten Ereignissen (UE; 58,0 vs. 59,2 %) und schwerwiegenden UE (2,4 vs. 3,6 %) auf. Im Ergebnis sprachen die Patienten bei vergleichbarer Verträglichkeit auf beide Therapieformen gut an, es zeigte sich dabei kein eindeutiger Vorteil von Abatacept gegenüber Adalimumab.

Quelle: Ann Rheum Dis 2026; doi: 10.1016/j.ard.2026.05.033