RHEUMATOIDE ARTHRITIS

Abatacept mit langfristig aufschiebender Wirkung

Mit ARIAA und APIPPRA hatten zwei randomisierte, kontrollierte Studien gezeigt, dass eine zeitlich begrenzte Behandlung mit dem T-Zell-Kostimulationsinhibitor Abatacept bei „Patienten“ mit klinisch suspekter Arthralgie und damit hohem Risiko für eine rheumatoide Arthritis (RA) deren Krankheitsbeginn um teils mehrere Jahre verzögern kann. Nachdem kurz zuvor die Langzeitdaten aus der ALTO-Studie (zuvor APPIPRA) publiziert wurden, folgte nun das Follow-up der ARIAA-Studie, über das deutsche Rheumatologen um Georg Schett, Erlangen, berichten.

In der ARIAA-Studie mit 98 Patienten hatten nach einer 6-monatigen Abatacept-Therapie innerhalb von 18 Monaten im Vergleich zu Placebo weniger damit behandelte Teilnehmer eine RA entwickelt (17 vs. 28; insgesamt also 45). Im Mittel berechnete sich daraus eine um 3,5 Monate verlängerte RA-freie Zeit unter Abatacept (95% KI 1,0-6,0; p=0,0066). Die 53 Teilnehmer, die keine RA entwickelt hatten, wurde für weitere acht Jahre nachbeobachtet.

Im weiteren Verlauf entwickelten davon 25 Teilnehmer (47 %) eine RA, darunter 17 aus der vormaligen Abatacept- und 8 aus der Placebo-Gruppe. Das kumulative RA-freie Überleben lag in beiden Gruppen nach etwa 9,5 Jahren bei ca. 25 %, womit sich die Kurven – wie zuvor in der ALTO-Studie – angeglichen haben. Nach fünf Jahren war allerdings durchaus noch ein Vorteil der Abatacept-Intervention mit im Mittel zusätzlich 10 Monaten RA-Freiheit gegeben. Jene 29 Teilnehmer, die auch langfristig RA-frei blieben, hatten zu Studienbeginn niedrigere RF-Spiegel, eine geringere ESR und leichtere klinische Symptomatik. Explorative Analysen weisen darauf hin, dass der Nutzen von Abatacept am höchsten bei ACPA/RF-positiven Teilnehmern war (höher als bei alleiniger ACPA-Positivität). Letztere profitierten nach fünf Jahren von im Mittel zusätzlichen 59 Wochen RA-freier Zeit gegenüber Placebo.

Trotz positiver Anhaltspunkte lässt sich ein klares Plädoyer für eine solche (zeitlich begrenzte) Frühintervention in Fällen mit sehr hohem RA-Risiko derzeit noch nicht ableiten.

Quelle: Lancet Rheumatol 2026; 8(5): e326-e328