Insgesamt 58 Patienten (im Mittel 53 vs. 58 Jahre, 52 vs. 57 % Männer, mittlere IgG4-RD Responder Index [RI] 8,6 vs. 9,2) wurden im Verhältnis 1:1 (je n=29) für 24 Wochen auf Tofacitinib plus GK oder eine GK-Monotherapie randomisiert, 26 bzw. 24 schlossen das Follow-up ab. Zu Woche 24 betrug die Rezidivrate 0 % in der Kombinations- und 54,2 % in der Monotherapie-Gruppe (p<0,0001). Kein signifikanter Unterschied zeigte sich hingegen in der Veränderung des IgG4-RD RI zwischen der Kombinations- und Monotherapie-Gruppe (5,64 vs. 5,17; p=0,619). Der Anteil von Th2-Zellen fiel unter der Zusatztherapie mit Tofacitinib stärker ab (-0,71 vs. 0,11; p=0,032), während die Veränderung der IgG4-Spiegel in beiden Studienarmen vergleichbar war (p=0,389). In der Kombinationsgruppe kam es zu vier Infektionen, die Gesamtinzidenz unerwünschter Ereignisse (UE) unterschied sich aber nicht signifikant (p=0,311), auch wurden keine schwerwiegenden UE verzeichnet. (1)
Bei unzureichendem Ansprechen auf GK oder hohem Steroidbedarf dürfte Inebilizumab künftig erste (und in-label einzige) Wahl bei IgG4-RD sein, obwohl auch Rituximab eine gute Wirksamkeit zeigte. Dass der Ansatz mit Tofacitinib (oder anderen JAK-Inhibitoren) in dieser kleinen Indikation weiterverfolgt wird, dürfte eher unwahrscheinlich sein, obwohl die ersten Daten (aber nur über 24 Wochen) zu Tofacitinib eine deutliche Reduktion des Rezidivrisikos und eine potenziell effektive Option zur Steroideinsparung aufzeigen. Derzeit wird im Fahrwasser von Inebilizumab mit Obexelimab ein weiterer CD19 B-Zell-Antikörper in der Phase-III-Studie INDIGO untersucht, in Chicago wurden zudem erste positive Daten aus Phase-II-Studien zu den Bruton-Tyrosinkinase (BTK)-Inhibitoren Rilzabrutinib (2) und Zanubrutinib (3) vorgestellt.
Quellen:
1 Arthritis Rheumatol 2025; 77(Suppl. 9): Abstr. LB02
2 Arthritis Rheumatol 2025; 77(Suppl. 9): Abstr. 0239
3 Arthritis Rheumatol 2025; 77(Suppl. 9): Abstr. 1172
