RIESENZELLARTERIITIS

Update zu steroidsparenden Therapien

Im Hinblick auf die Riesenzellarteriitis (RZA) wurde auf dem EULAR angesichts der positiven Phase-III-Daten zu Secukinumab bei Polymyalgia rheumatica (PMR) heiß diskutiert, warum die parallel im NEJM veröffentlichte GCAptAIN-Studie bei RZA gescheitert ist – klare Antworten gibt es nicht. Kurz eingegangen, obwohl schon vom ACR bekannt, sei auf die aktuellen Daten zu Upadacitinib aus SELECT-GCA und Methotrexat (MTX) aus METOGIA sowie neu zu MTX aus der METEOCRITICS-Studie.

Zu Beginn sei auf eine Studie deutscher Rheumatologen um Simon M. Petzinna, Bonn, mit 88 RZA- und PMR-Patienten verwiesen, die erstmals demonstrierte, dass sich die Mosaikverlust des Y-Chromosoms (mLOY)-Last zwischen den Phänotypen der RZA und der isolierten PMR signifikant unterscheidet. Hochrelevant ist, dass die Assoziation zwischen mLOY und dem RZA-Spektrum unabhängig von der systemischen Entzündungsaktivität sowie phänotypischen Differenzierung innerhalb der RZA zu sein scheint. mLOY könnte sich damit vom einem reinen Prognosefaktor hin zu einem Biomarker für die phänotypische Stratifizierung innerhalb des RZA/PMR-Spektrums entwickeln. (1)

SECUKINUMAB, UPADACITINIB UND MTX IM FOKUS

Nun kurz zur Phase-III GCAptAIN-Studie zum IL-17A-Inhibitor Secukinumab, in der sich die Rate einer anhaltenden Remission zwischen der 300 mg-Dosis und Placebo in Woche 52 (26 vs. 17 %) nicht signifikant unterschied. Mögliche Erklärungen sind das zwischendurch geänderte Studienprotokoll (mit zusätzlicher Testung der 150 mg-Dosis) und das gegenüber der REPLENISH-Studie bei PMR längere Glukokortikoid (GK)-Tapering über 52 statt 26 Wochen, was eine Überlegenheit von Secukinumab maskiert haben könnte. Ein erneuter Anlauf erscheint unrealistisch, sodass Tocilizumab und Upadacitinib erste Wahl bleiben.

Die 2-Jahres-Daten der Phase-III SELECT-GCA-Studie zum JAK-1-Inhibitor Upadacitinib belegen, dass Patienten sowohl mit neu aufgetretener als auch mit rezidivierender RZA von einer kontinuierlichen Therapie mit der 15 mg-Dosis profitierten. Bei Patienten, die in Jahr 2 auf Placebo umgestellt wurden, war in der Subgruppe mit rezidivierender RZA im Vergleich zu jener mit de-novo RZA die Wahrscheinlichkeit für ein höheres Schubrisiko, niedrigere Remissionsraten und eine höhere kumulative GK-Exposition größer. Bei Patienten mit neu aufgetretener RZA traten häufiger unerwünschte Ereignisse auf, was laut Anisha B. Dua, Chicago (USA), den Bedarf an einer intensiveren Initialtherapie mit höheren GK-Dosen widerspiegeln könnte. Es wurden keine neuen klinisch relevanten Sicherheitsrisiken festgestellt. (2)

Ebenfalls bereits auf dem ACR vorgestellt wurde die randomisierte, kontrollierte METOGIA-Studie zum Vergleich von MTX und Tocilizumab als steroidsparende Therapien bei RZA. Wie Maxime Samson, Dijon (Frankreich), für die Studiengruppe darlegte, erwies sich MTX hinsichtlich des primären Endpunkts zu Woche 78 nicht als nicht-unterlegen gegenüber Tocilizumab, wohl aber hinsichtlich der Remissionsrate (mit oder ohne niedrig dosierte GK). Die 52-Wochen-Daten deuten darauf hin, dass Tocilizumab in der Remissionserhaltung und Rezidivprävention wirksamer ist als MTX. Zudem war das Sicherheitsprofil von Tocilizumab dem von MTX überlegen, weshalb der IL-6-Rezeptorinhibitor bei RZA gegenüber MTX zu präferieren ist. (3)

Last but not least zur von Lena Kreis, Bonn, und Kollegen präsentierten randomisierten, placebokontrollierten Phase-II-Studie METEOCRITICS. Hierin zeigte MTX keine Wirkung auf die Zeit bis zum ersten Rezidiv bei RZA-Patienten, die nach einer Induktionstherapie mit GK und Tocilizumab eine GK-freie Remission erreicht hatten. Unter MTX wurden zwar eine geringere Anzahl an Rezidiven, weniger Patienten mit multiplen Rezidiven sowie ein geringerer Bedarf an erneuter GK-Therapie beobachtet, jedoch war keiner dieser Unterschiede signifikant. (4)

Quellen:
1   Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s102 (OP0120)
2   Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s99 (OP0117)
3   Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s101 (OP0119)
4   Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s330 (POS0024)