TAKAYASU-ARTERIITIS

Secukinumab und Adalimumab in Studie (fast) auf Augenhöhe

Bei der Takayasu-Arteriitis (TAK) werden Glukokortikoide (GK) häufig mit csDMARDs kombiniert, in schweren Fällen auch mit Biologika, meist TNF- oder IL-6R-Inhibitoren. Nachdem die IL-17A-Inhibition mit Secukinumab bei Riesenzellarteriitis positive Ergebnisse geliefert hatte, führten chinesische Rheumatologen um Xiufang Kong, Shanghai, eine 2-jährige, prospektive, offene Head-to-head-Studie zum Vergleich von Secukinumab und Adalimumab bei aktiver TAK durch.

In der Studie erhielten 104 Patienten mit aktiver TAK (im Mittel 32,7 Jahre, 86,5 % Frauen) GK in Kombination mit Secukinumab (150 mg s.c. alle 4 Wochen; n=46) oder Adalimumab (40 mg s.c. alle 2 Wochen; n=58). Bei therapienaiven Patienten betrug die anfängliche GK-Dosis 0,6–0,8 mg/kg/Tag, bei solchen mit refraktärer TAK wurde die initiale GK-Dosis auf dem Niveau zum Zeitpunkt des Rezidivs belassen. Im Verlauf wurde die GK-Dosis nach einem festgelegten Schema reduziert. Primärer Endpunkt war eine komplette Remission (CR) nach 6 Monaten bei einer GK-Dosis ≤10 mg/Tag. Sekundäre Endpunkte waren u. a. eine CR nach 12, 18 und 24 Monaten bei GK-Dosen von ≤7,5 bzw. ≤5 mg/Tag, eine anhaltende CR mit GK-Reduktion von 6 bis 12 oder 24 Monaten sowie Rezidive.

Unter Adalimumab zeigte sich eine numerisch höhere CR-Rate nach 6 Monaten (55,2 vs. 41,3 %; Odds Ratio, OR 2,1; p=0,07), wobei sich auch nach Propensity-Score-Matching kein signifikanter Unterschied ergab. Die langfristigen CR-Raten nach 12, 18 und 24 Monaten waren vergleichbar (alle p>0,05), wobei Adalimumab stärkere und breitere Effekte sowie eine im Trend geringere kumulative Rezidivinzidenz (10,1 vs. 26,2 %; Hazard Ratio, HR 0,41; p=0,07) zeigte. Eine explorative Analyse ergab, dass Secukinumab in der Subgruppe mit hohem B-Zell-Anteil nach 12 Monaten relativ höhere CR- und anhaltende CR-Raten erzielte (72,2 vs. 36,4 %; OR 0,44; p=0,12), während Adalimumab in der Subgruppe mit niedrigem B-Zell-Anteil signifikant höhere CR- und anhaltende CR-Raten erreichte (CR 52,8 vs. 21,7 %; OR 1,65; p=0,03; anhaltende CR 47,2 vs. 17,4 %; OR 1,56; p=0,03). Die Häufigkeit von Nebenwirkungen war vergleichbar. Insgesamt erwies sich Secukinumab bei TAK als gut wirksam, geringe Vorteile von Adalimumab waren aber doch erkennbar.

Quelle: Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s104 (OP0122)