In die Studie wurden 418 erwachsene Patienten mit Gicht (ACR/EULAR-Kriterien, Score ≥8), ≥2 Gichtschüben in den letzten 12 Monaten und stabiler harnsäuresenkender Therapie eingeschlossen (Ausschlusskriterien waren ein BMI >40 kg/m2, >12 Gichtschübe im Vorjahr, Vorgeschichte von rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, septischer Arthritis sowie polyartikulärer Gicht). Die Patienten wurden im Verhältnis 1:1 auf eine Placebo- oder transdermale NaHCO3-Lotion (DYV702) randomisiert. Bei einem Schub wurde Colchicin initiiert (1,2 mg gefolgt von 0,6 mg 1 h später) und die Lotion auf das betroffene Gelenk aufgetragen (3x täglich). Endpunkte waren Schmerz (NRS 0-10), die Zeit bis zur Schmerzreduktion um 50 %, der Gebrauch von Rescue-Medikation und die körperliche Funktion (PROMIS PF-20). Die Daten wurden in einem Patiententagebuch bis Tag 7 gesammelt.
Während der 14-monatigen Studienphase kam es bei 98 Patienten zu einem Gichtschub. Jene im aktiven gegenüber dem Placebo-Arm wiesen ein Gesamtansprechen von 94,5 vs. 79,3 % (p=0,01) nach 7 Tagen auf. Es gab bis Tag 7 eine signifikante Verbesserung im primären Endpunkt Schmerzintensität, eine schnellere Schmerzreduktion um 50 % (24 vs. 72 h) und selteneren Einsatz von Recue-Medikamenten (6,3 vs. 20,0 %; p=0,02) sowie größere Verbesserung im PROMIS PF-20 über 7 Tage (22,2 vs. 16,7 Punkte; p=0,05). Bei guter Verträglichkeit zeigte sich somit (vor allem früh im Verlauf) eine deutliche und schnellere Reduktion der Schmerzen bei einem akuten Gichtschub, additiv wäre die transdermale NaHCO3-Lotion eine interessante Option vor allem auch bei komorbiden Patienten.
Quelle: Ann Rheum Dis 2022; 81(Suppl 1): 112 (Abstr. OP0170)
