Patienten, die eine Uveitis entwickelten, wurden regelmäßige augenärztlich untersucht und 3-monatlich die Zellgradzahl der Vorderkammer (AC), die aktuelle Uveitisaktivität (UA) und die der letzten drei Monate, der Visus, Uveitis-Komplikationen, Augenoperationen und die Therapie dokumentiert. Eine inaktive Uveitis wurde definiert als AC-Zellgrad =0 seit ≥6 Monaten und Remission als inaktive Uveitis ohne topische/systemische Steroide oder DMARDs. Binnen 5 Jahren entwickelten 133 der JIA-Patienten (14 %) eine Uveitis (mittleres Alter 4,2 Jahre), davon waren 75 % weiblich, 85 % ANA-positiv und 69 % hatten eine Oligoarthritis. Bei 24 % der Patienten wurde zu Beginn ≥1 okuläre Komplikation festgestellt, bei 47 % jemals bis zur 5-Jahres-Visite. Am häufigsten waren hintere Synechien (31 %) und Katarakt (27 %). Eine Augenoperation war bei 9 % erforderlich, die Sehschärfe war bei der Mehrzahl aber gut. Zur 5-Jahres-Visite zeigten über 90 % der Patienten einen Visus von <0,4 LogMAR und 63,5 % sogar von <0,1 LogMAR. Etwa 50 % der JIA-Patienten wurde bereits bei Diagnose der Uveitis mit DMARDs behandelt und ca. 80 % zur 5-Jahresvisite. 55 % der Uveitis-Patienten erreichten eine inaktive Uveitis für ≥6 Monate und 13 % eine therapiefreie Remission 5 Jahre nach Krankheitsbeginn.
Die Rate der okulären Komplikationen ist somit bereits bei der Uveitis-Diagnose hoch und nimmt im Verlauf trotz Therapie zu – nach der JIA-Diagnose sollte daher konsequent ein Uveitis-Screening erfolgen, auch sollten steroidhaltige Augentropen nicht zu lange gegeben und bei unzureichender Wirksamkeit auf Methotrexat oder ggf. bDMARDs eskaliert werden.
Quelle: DGR-Kongress-Pressekonferenz, 1. September 2022; Abstract KI.20
