INTERDISZIPLINÄRE ENTZÜNDUNGSZENTREN

Fachgesellschaften schaffen Grundlage für bessere Versorgung

Gemeinsam haben die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS), Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh) und Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) eine Initiative zur Zertifizierung interdisziplinärer Entzündungszentren gestartet. In einer gemeinsamen Kommission entwickeln die Fachgesellschaften den Rahmen für eine nationale Struktur zur Verbesserung der Versorgung von Betroffenen mit chronisch-entzündlichen Erkrankungen.

„Die Entzündungsmedizin entwickelt sich rasant weiter, zeitgleich steigt die Komplexität der Therapieentscheidungen“, so Prof. Dr. Nisar Peter Malek, Tübingen, DGVS-Sprecher der Kommission zur Zertifizierung von Entzündungszentren. „Um für jede Patientin bzw. jeden Patienten die passende Therapie auszuwählen und langfristig gute Behandlungsergebnisse zu erzielen, braucht es klare Qualitätsstandards und strukturierte interdisziplinäre Entscheidungsprozesse.“ „Bereits heute existieren erste interdisziplinäre Zentren für Entzündungsmedizin, die sich in der klinischen Versorgung bewährt haben“, erklärt Prof. Dr. Hanns-Martin Lorenz, Heidelberg, Vorsitzender der DGRh-Kommission. Die Initiative zielt darauf ab, vorhandene Ansätze in eine bundesweit einheitliche Struktur zertifizierter Zentren zu überführen. Vorbild ist die Onkologie, wo strukturierte interdisziplinäre Tumorboards und zertifizierte Zentren maßgeblich zur Qualitätsverbesserung in der Versorgung beitrugen.

Mit der konstituierenden Sitzung am 4. März 2026 wurde ein erster wichtiger Schritt gemacht. Zunächst definiert die Kommission für die drei beteiligten Disziplinen Dermatologie, Gastroenterologie und Rheumatologie gemeinsame Qualitätskriterien. „Ziel ist es, ein abgestuftes System zertifizierter Zentren zu etablieren, das die unterschiedlichen Versorgungsbedarfe der Entzündungsmedizin abbildet“, sagt Prof. Dr. Alexander Enk, Heidelberg, DDG-Sprecher der Kommission. „Damit schaffen wir eine strukturierte Grundlage für interdisziplinäre Diagnostik, Therapieentscheidungen und langfristige Betreuung.“ Ein weiterer zentraler Bestandteil der Initiative ist die systematische Wissensgenerierung. Durch strukturierte Dokumentation und harmonisierte Datensätze soll künftig ein gemeinsames nationales Register für die Entzündungsmedizin entstehen.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung von DGVS, DGRh und DDG, 24. März 2026