In der von Rohit Aggarwal, Pittsburgh (USA), und Kollegen präsentierten ALKIVIA-Studie wurde Efgartigimod Ph20 SC (s.c., ko-formuliert mit rekombinanter humaner Hyaluronidase PH20) bei 89 Patienten mit aktiver IIM geprüft (im Mittel 56,6 Jahre, 76,4 % Frauen, mittlere Zeit seit Diagnose 4,4 Jahre). Diese hatten eine Dermatomyositis (DM), immunvermittelte nekrotisierende Myositis (IMNM), Polymyositis (PM) oder ein Antisynthetase-Syndrom (AsyS), zu Baseline wurden 76,4 % mit DMARDs und 82,0 % mit Glukokortikoiden (GK) behandelt. Stratifiziert nach Subtyp und Krankheitsaktivität wurden die Teilnehmer im Verhältnis 1:1 auf 1x wöchentlich Efgartigimod PH20 SC (n=47) oder Placebo (n=42) randomisiert, jeweils plus Standardtherapie. Primärer Endpunkt war die mit dem Total Improvement Score (TIS) zu Woche 24 bestimmte Verbesserung der Krankheitsaktivität.
Im Ergebnis war der mittlere TIS in Woche 24 signifikant höher in der Efgartigimod PH20 SC- im Vergleich zur Placebo-Gruppe (50,5 vs. 35,7; p=0,0004). Auch die sekundären Endpunkte zu Woche 24 wurden erreicht, so eine minimale (≥20 ), moderate (≥40) und signifikante (≥60) Verbesserung im TIS (91,5 vs. 73,8 % bzw. 78,7 vs. 47,6 % und 34,0 vs. 9,5 %; je p=0,0029 bzw. p=0,0055) (Abb.). Die mediane Zeit bis zum Erreichen eines TIS ≥20 und ≥40 war unter Efgartigimod PH20 SC signifikant kürzer (30 vs. 71,5 Tage, p=0,0020; und 113 Tage vs. nicht schätzbar, p=0,0293). Signifikante Vorteile zeigten sich u. a. auch bei der Muskelkraft (MMT8) sowie im globalen Arzt- und Patientenurteil. Die Häufigkeit von Nebenwirkungen war vergleichbar. am häufigsten waren Injektionsstellenerytheme (23,4 %), -Hautausschlag (17,0 %), -Blutergüsse (10,6 %) oder -Reaktionen (10,6 %) sowie Diarrhöe (12,8 %). Weitere Ergebnisse wird der laufende Phase-III-Teil der ALKIVIA-Studie liefern. (1)
Nur kurz erwähnt sei, dass auch „alte Bekannte“ bei IIM effektiv sein könnten. So zeigte eine chinesische Kohortenstudie mit Anti-MDA5 positiven DM-Patienten, dass Upadacitinib (n=49) im Vergleich zu einer nicht damit behandelten Vergleichsgruppe (n=377) nach Propensity Score-Matching mit einem signifikant besseren 1-Jahres-Überleben assoziiert war (79,6 vs. 58,5 %; p=0,031). (2) Positive Effekte von Anifrolumab bei refraktärer DM im Hinblick auf eine Besserung von Haut (CDASI-Score) und Muskelkraft (MMT8) belegte eine retrospektive Multicenterstudie aus Spanien mit 24 Patienten und einem Follow-up von 7,5 Monaten. (3)
In Sachen CAR-T-Zelltherapie von Interesse war die US-amerikanische Phase-I/II RESET-Myositis-Studie, in der mit Rese-Cel (autologe 4-1BB CD19-CAR-T-Zellen) bei bislang sechs Patienten mit refraktären IIM in fünf Fällen eine frühe, medikamentenfreie Remission erzielt wurde, wobei Patienten mit DM und ASyS vs. IMNM wie erwartet ein besseres Ansprechen aufwiesen. (4) Daten zu 11 Patienten liegen aus der als Latebreaking-Poster vorgestellten, laufenden US-amerikanischen Phase-I-Studie Breakfree-1 vor (mit autologen CD19-CAR-T-Zellen). 63,6 % der Patienten mit schweren, refraktären IIM erreichten ein signifikantes TIS-Ansprechen, 27,3 % ein moderates. Zehn Patienten kamen beim letzten Follow-up ohne spezifische Medikamente aus, nur bei einem IMNM-Patienten gelang dies nicht. (5) In beiden Studien waren typische Nebenwirkungen (häufig CRS, selten ICANS) medikamentös gut beherrschbar – Langzeitdaten bleiben abzuwarten.
Quellen:
1 Arthritis Rheumatol 2025; 77(Suppl. 9): Abstr. 2671
2 Arthritis Rheumatol 2025; 77(Suppl. 9): Abstr. 2670
3 Arthritis Rheumatol 2025; 77(Suppl. 9): Abstr. 2672
4 Arthritis Rheumatol 2025; 77 (Suppl 9): Abstr. 2669
5 Arthritis Rheumatol 2025; 77 (Suppl 9): Poster LB14
