RHEUMA-IT IN DER PRAXIS

DiRhIS, RheDAT und RheCORD gemeinsam auf DMEA und BDRh-Kongress

Bei den jüngsten Kongressauftritten rund um DiRhIS stand das Zusammenspiel von evidenzbasierter Patienteninformation, strukturierter Dokumentation und digitaler Verlaufsbegleitung im Mittelpunkt.

Mit der Einbindung von DiRhIS, dem digitalen rheumatologischen Informationssystem, in die Rheuma-IT wird dieses Zusammenspiel nun konsequent weitergeführt. Die Rheuma-IT, die unter dem Projektnamen „RheumaStack“ auf dem Kongress der Deutschen Gesellschaft für Integrierte Versorgung den zweiten Platz belegte, ist als modulare Architektur des Berufsverbandes Deutscher Rheumatologen angelegt. Sie bündelt drei aus der Versorgung heraus entwickelte Systeme: RheDAT als Daten- und Dokumentationsbasis, DiRhIS als digitales Edukationsportal und RheCORD als Patienten-App zur Begleitung zwischen Arztkontakten. Ziel ist es, Medienbrüche zu reduzieren, Behandlungsteams zu entlasten und Patienten durch bessere Information und stärkere Einbindung zu unterstützen.

Einen wichtigen Auftakt für diese integrierte Darstellung bildete die DMEA, Europas Leitmesse für digitale Gesundheitsversorgung. Dort wurden RheDAT, RheCORD und DiRhIS erstmals sichtbar als zusammenhängender Versorgungsverbund präsentiert. Am gemeinsamen Stand wurde anschaulich, wie strukturierte Daten, adressatengerechte Information und kontinuierliche Patientenbegleitung entlang des Versorgungspfads miteinander verzahnt sind. Ein begleitender Kurzvortrag von Bernd Ganser, und Dr. Cay-Benedict von der Decken, Stolberg, verdeutlichte diesen integrativen Ansatz zusätzlich.

Auch auf dem BDRh-Kongress wurde dieser Gedanke weiter vertieft. Am Stand des Berufsverbands ergaben sich zahlreiche Gespräche mit Ärztinnen und Ärzten, Praxisteams und Projektpartnern. Dabei zeigte sich deutlich, dass digitale Innovation insbesondere dann auf Akzeptanz stößt, wenn sie konkrete Versorgungsprobleme adressiert und sich nahtlos in bestehende Abläufe integriert. Wie sich das Zusammenspiel von Patienteninformation, digitaler Aufbereitung und Einbindung in den Behandlungsprozess konkret umsetzen lässt, wird im Projekt „Rheumality goes DiRhIS“ untersucht. Im Speakers Cube stellten Bernd Ganser für DiRhIS, Dr. Ioana Andreica vom Rheumazentrum Herne und René Petersheim von Lilly, den aktuellen Stand vor. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Akzeptanz und zum wahrgenommenen Nutzen computergenerierter Inhalte: Werden sie als hilfreich erachtet,  fördern sie das Verständnis der eigenen Rolle im Behandlungsprozess und welchen Einfluss haben gestalterische Faktoren wie Mimik, Gestik, Sprache und Tonalität auf die Akzeptanz digitaler Avatare?

Ein weiterer Beitrag zu DiRhIS im Modul „Digitale Patienteninformation“ widmete sich grundlegend der Rolle des Systems in der Versorgung. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Behandlungsteams valide Informationen zielgerichtet, niedrigschwellig und nachvollziehbar bereitstellen können. Gerade in der Rheumatologie, in der langfristige Therapieentscheidungen, Adhärenz und Selbstmanagement entscheidend sind, bildet verständliche und jederzeit abrufbare Information eine zentrale Grundlage für eine qualitativ hochwertige Versorgung. Pünktlich zum Kongress wurde zudem das inhaltliche Angebot von DiRhIS erweitert: Neue Inhalte der Rheuma-Liga ergänzen die Plattform um praxisnahe Informationen rund um das Leben mit der Erkrankung sowie um Materialien zu seltenen rheumatologischen Krankheitsbildern. Neben digitalen Zugängen wurde auch ein analoger Einstieg in die Patienteninformation vorgestellt.

In der Rheumapraxis Ratingen wird aktuell erprobt, wie individualisierte Wartezimmerposter als niedrigschwelliger Zugang zu DiRhIS dienen können. Patientinnen und Patienten erhalten so bereits vor oder nach dem Arztkontakt einen direkten Zugang zu relevanten Informationen. Der digitale Informationspfad beginnt damit nicht erst am Bildschirm, sondern wird bereits im Wartezimmer sichtbar und erlebbar.

Weitere Informationen zu DiRhIS: www.dirhis.info