Eine spanische Real-World-Studie untersucht bei Patienten mit rheumatoider Arthritis unter JAK-Inhibitoren die Korrelation zwischen klinischer und sonografischer Remission mit Fokus auf der Frage, ob sich unter alltagsnaher Behandlung nicht nur klinische Aktivitätsparameter, sondern auch Ultraschallzeichen aktiver Synovitis zurückbilden. Die Studie bestätigt, dass JAK-Inhibitoren in der Routineversorgung eine relevante Rate an klinischer Remission ermöglichen und diese häufig mit einer sonografischen Besserung einhergeht. Besonders wichtig ist, dass Ultraschall zusätzliche Restaktivität aufdecken kann, obwohl klinische Scores niedrig oder unauffällig erscheinen. Für die klinische Praxis ist das relevant, weil die klinische Remission allein nicht immer als vollständige Kontrolle der Entzündung ausreicht. Der Ultraschall kann helfen, subklinische Synovitis zu erkennen und das therapeutische Vorgehen, etwa hinsichtlich Eskalation oder Deeskalation, besser zu steuern. (1)
Eine türkische Arbeitsgruppe untersuchte in einer Kohorte von 321 Patienten mit mindestens einer Verlaufskontrolle die radiografische Progression der Sakroiliakalgelenke bei nicht-röntgenologischer axialer Spondyloarthritis (nr-axSpA) sowie mögliche Prädiktoren einer Progression zur radiografischen axSpA (r-axSpA). Nach zwei Jahren zeigten 17,5 % eine Progression zur r-axSpA, nach fünf Jahren lag die Progressionsrate bei 24,1 %. In einer univariaten Analyse waren u. a. Symptomdauer, BMI, BASFI, BASMI, CRP-Werte und eine positive Familienanamnese mit einer radiografischen Progression assoziiert. In der multivariaten Analyse erwiesen sich jedoch lediglich erhöhte CRP-Werte und ein höherer BMI als unabhängige Prädiktoren. Während CRP als etablierter Risikofaktor bestätigt wurde, rückt der BMI als potenziell relevanter Einflussfaktor auf die strukturelle Progression stärker in den Fokus. Die Autoren sehen darin einen Hinweis auf die mögliche Bedeutung metabolischer und mechanischer Faktoren und betonen den Stellenwert einer kombinierten klinischen, laborchemischen und bildgebenden Risikostratifizierung. (2)
Eine ägyptische Gruppe untersuchte den Stellenwert des Lungenultraschalls (LUS) zur Erfassung einer interstitiellen Lungenerkrankung (ILD) bei Patienten mit systemischer Sklerose (SSc). In die Querschnittsstudie wurden 30 Patienten eingeschlossen, bei denen die LUS-Befunde mit HRCT, Lungenfunktionsparametern sowie klinischen Krankheitsmerkmalen verglichen wurden. Pathologische LUS-Befunde mit B-Linien fanden sich bei 86,7 % der SSc-Patienten, während 67 % im HRCT Zeichen einer ILD aufwiesen. Die Anzahl der B-Linien korrelierte stark mit dem Ausmaß und Schweregrad der HRCT-Veränderungen sowie mit dem Warrick-Score. Gleichzeitig bestand eine ausgeprägte inverse Korrelation zur Diffusionskapazität (DLCO), sodass höhere B-Linienzahlen mit einer stärkeren Einschränkung der Lungenfunktion einhergingen. Besonders ausgeprägt waren die sonografischen und radiologischen Veränderungen bei Patienten mit diffus-kutaner SSc. Zudem waren höhere B-Linienzahlen mit verschiedenen Komorbiditäten, darunter arterielle Hypertonie und linksventrikuläre Dysfunktion, assoziiert. Dies spricht dafür, dass der LUS eine sensitive, strahlungsfreie Methode zur Erkennung und Verlaufskontrolle der SSc-ILD darstellt. Aufgrund der engen Übereinstimmung mit HRCT- und Lungenfunktionsbefunden könnte der LUS insbesondere als Screening- und Monitoringinstrument zwischen CT-Untersuchungen einen wertvollen Beitrag in der klinischen Praxis leisten. (3)
Prof. Dr. med. Herbert Kellner
Schwerpunktpraxis für Rheumatologie und Gastroenterologie
und Ärztlicher Leiter der Abteilung Rheumatologie
Romanstr. 9, 80639 München
Quellen: 1 Lasa Teja C et al., Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s1477 (AB0158) | 2 Erpek E et al., Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s1507 (AB0203) | 3 Ellmalah R et al., Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s1746 (AB0563)
