Zunächst zur von einem Panel aus Rheumatologen und Radiologen entwickelten Definition für auf axSpA hinweisende MRT-Befunde. Ein Konsens wurde zu acht übergeordneten Prinzipien und zehn Empfehlungen erzielt, die sich auf den demografischen und klinischen Kontext bei der MRT-Interpretation, die standardisierte Bildakquisition, kontextbezogene Beurteilung von MRT-Sequenzen, Anwendung der ASAS-Läsionsbeschreibungen, Methodik der quantitativen Beurteilung, mit falsch-positiven Befunden assoziierte Lokalisationen, die Vorsicht bei der Bewertung isolierter Läsionen sowie Betonung sowohl der qualitativen als auch der quantitativen Beurteilung der MRT bei axSpA konzentrieren. Ein Konsens wurde auch hinsichtlich vordefinierter Zielwerte von ≥90 % Spezifität und ≥70 % Sensitivität für die quantitative Komponente einer Definition von „MRT-Befund, der auf axSpA hinweist“ erzielt.
Für die Definition eines positiven MRT-Befunds im gesamten axSpA-Spektrum wurde eine neue quantitative Komponente abgeleitet, basierend auf Knochenmarködemen (BME) in ≥3 konsekutiven Schichten ODER zwei der folgenden drei Merkmale (BME, Erosion, Fettläsion – jeweils in ≥3 Quadranten des ISG) ODER Ankylose in ≥3 ISG-Hälften. Damit wurden in den drei Kohorten Sensitivitäts-/Spezifitätswerte von 88/90 %, 81/98 % bzw. 96/95 % erreicht, wobei die Beurteilung „MRT hinweisend auf axSpA“ durch zentrale Auswerter als Referenz diente. Die vorab festgelegte Zielspezifität von ≥90 % wurde in allen Analysen erreicht. (1)
EULAR-EMPFEHLUNGEN ZUR BILDGEBUNG IN DER KLINISCHEN PRAXIS
Nun zum Update der EULAR-Empfehlungen zur Bildgebung bei axialer und peripherer SpA 2025, die eine 26-köpfige, interdisziplinäre EULAR Task Force entwickelt und konsentiert hat. Auf Basis eines systematischen Literaturreviews, in das 181 Studien einflossen, wurden drei neue übergreifende Prinzipien formuliert, neun der alten Empfehlungen aus dem Jahr 2012 aktualisiert und eine neue Empfehlung hinzugefügt. Zu den wesentlichen Änderungen gegenüber den ursprünglichen Empfehlungen gehört, dass die MRT der ISG – sowie bei entsprechender Symptomatik zusätzlich der Wirbelsäule – an die Stelle des Röntgens als primäres bildgebendes Verfahren zur Diagnose der axSpA tritt. Als alternative Verfahren für die ISG werden Röntgen oder präferenziell die Niedrigdosis-CT (die in den früheren Empfehlungen zu diagnostischen Zwecken nicht aufgeführt war) vorgeschlagen, falls eine MRT nicht verfügbar oder kontraindiziert ist. Für die Diagnose der peripheren SpA bleiben Ultraschall (US) und MRT die bildgebenden Verfahren der Wahl, wobei nun neben entzündlichen auch strukturelle Läsionen berücksichtigt werden sollten.
Zur Verlaufsbeurteilung der axSpA kann die MRT eingesetzt werden, um Entzündungen und strukturelle Schäden an ISG und Wirbelsäule zu verfolgen, während sich das Röntgen für die Langzeitüberwachung struktureller Schäden an der Wirbelsäule eignet. Zur Überwachung struktureller Schäden bei peripherer SpA werden nun neben der Röntgenuntersuchung auch US und MRT empfohlen. Bei axSpA lassen sich mittels MRT nachgewiesene entzündliche und strukturelle Läsionen an ISG oder Wirbelsäule zur Vorhersage der strukturellen Progression nutzen; zudem können ausgedehnte, mittels MRT detektierte entzündliche Läsionen ein gutes klinisches Ansprechen auf b/tsDMARDs sowie einen Krankheitsschub bei Patienten in klinischer Remission vorhersagen. Eine neue Empfehlung sieht vor, strukturelle Läsionen in Röntgenaufnahmen peripherer Gelenke zur Vorhersage der strukturellen Progression bei peripherer SpA heranzuziehen. Schließlich werden CT, MRT und/oder Röntgen bei Verdacht auf eine Wirbelsäulenfraktur empfohlen.
Quellen:
1 Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s84 (OP0100)
2 Ann Rheum Dis 2026; 85 (Suppl1): s837 (POS0682)
