RHEUMATOIDE ARTHRITIS

PF-ILD: Update zu Nintedanib aus INBUILD-Studie

Progredient fibrosierende interstitielle Lungenerkrankungen (PF-ILD) sind mit einer ungünstigen Prognose assoziiert. In der Phase-III INBUILD-Studie hatte der Tyrosinkinase-Inhibitor Nintedanib seine antifibrotische Effektivität mit Reduktion der Abnahme der Lungenfunktion bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen (AIRD)-assoziierter PF-ILD einschließlich RA bewiesen. Zu diesem Kollektiv publizierten nun Eric L. Matteson, Rochester (USA), und Kollegen eine neue Subgruppenanalyse.

In die INBUILD-Studie wurden 663 Patienten mit PF-ILD (mit >10 % Fibrose in HRCT, einer Vitalkapazität [FVC] ≥45% und Diffusionskapazität [DLCO] ≥30 % bis <80 %), die nicht mit einer idiopathischen Lungenfibrose assoziiert war und die die vorab definierten Kriterien für eine ILD-Progression in den 24 Monaten vor dem Screening erfüllten, eingeschlossen und zusätzlich zu Standardtherapien im Verhältnis 1:1 auf Nintedanib oder Placebo randomisiert.

Im Fokus waren der primäre Endpunkt, die Abnahme der FVC (ml/Jahr), und unerwünschte Ereignisse (UE) über 52 Wochen bei der 170 Studienteilnehmer umfassenden Subgruppe mit einer AIRD-assoziierten PF-ILD. Bereits eine 2020 veröffentlichte Subgruppenanalyse hatte gezeigt, dass die AIRD-Patienten in ähnlichem Maße von Nintedanib wie die Gesamtkohorte profitiert hatten (was auch zu einer entsprechenden Zulassung führte).

Bei den Patienten mit AIRD-assoziierter PF-ILD verringerte sich signifikant die FVC-Abnahme nach 52 Wochen unter Nintedanib im Vergleich zu Placebo (-75,9 vs. -178,6 ml/Jahr; Δ 102,7 ml/Jahr; nominal p=0,012). Es war keine Heterogenität der Effektivität von Nintedanib im Hinblick auf die zugrundeliegenden ILD-Diagnosen festzustellen (p=0,91), so betrug die FVC-Differenz in Woche 52 bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA, n=89) und SSc (n=39) 117,9 bzw. 120,7 ml/Jahr. Durch die geringe Zahl von Patienten mit Mischkollagenosen ist die Aussagekraft bei diesen sehr limitiert. Wichtig ist in diesem Kontext vor allem die gute, mit jener bei SSc-ILD vergleichbare Wirksamkeit von Nintedanib bei RA-ILD. Häufigstes UE unter Nintedanib war Diarrhö (63,4 vs. 27,3 %), die aber meistens beherrschbar war und nur selten in einen permanenten Abbruch der Therapie mündete (17,1 vs. 10,2 %).   

Quelle: Arthritis Rheumatol 2022; doi: 10.1002/art.42075

 

Offizielles Mitteilungsorgan des BDRh e.V.