ANCA-ASSOZIIERTE VASKULITIDEN

Daratumumab als Option in therapierefraktären Fällen

Die therapierefraktäre ANCA-assoziierte Vaskulitis (AAV) ist eine lebensbedrohende Kondition ohne evidenzbasierte Therapieoptionen. Nachdem bei einer Reihe anderer Autoimmunerkrankungen mit Erfolg der Autoantikörper-sekretierende Plasmazellen depletierende Anti-CD38-Antikörper Daratumumab erprobt wurde, zogen nun deutsche Rheumatologen um Lennard Ostendorf, Berlin, diese Option bei zwei AAV-Patienten.

In beiden Fällen einer schweren, lebensbedrohlichen AAV mit renaler und pulmonaler Manifestation trotz einer Induktionstherapie mit Rituximab und Cyclophosphamid erfolgte danach eine Behandlung mit 4-8 Dosen von 1.800 mg Daratumumab. Bei dem ersten Patienten mit einer MPO-ANCA-positiven mikroskopischen Polyangiitis (MPA) kam es unter Daratumumab zu einer Resolution von Pneumonie und Pleuritis sowie einer Stabilisierung der Nierenfunktion. Der zweite Patient mit einer PR3-ANCA-positiven Granulomatose mit Polyangiitis (GPA) litt unter diffuser alveolärer Hämorrhagie und akutem Nierenversagen, was den Anschluss an eine ECMO bzw. eine Nierenersatztherapie erforderlich machte. Er konnte nach dem Einsatz von Daratumumab von der ECMO genommen werden, auch die mechanische Ventilation sowie Dialyse entfielen und der Patient konnte entlassen werden.   

Die klinische Verbesserung ging mit einer starken Reduktion der Serum-ANCA- und –IgG-Spiegel einher, die Depletion der Plasmazellen anzeigend. Abgesehen von der Depletion von CD38+ natürlichen Killer (NK)-Zellen wurden die Leukozyten-Spiegel im Blut durch die Gabe von Daratumumab nicht wesentlich beeinflusst. Es kam nur zu milden unerwünschten Ereignissen wie Hypogammaglobulinämie und einer Infektion der oberen Atemwege.

Somit erwies sich der Anti-CD38-Antikörper bei schwerer, therapierefraktärer AAV als sicher und effektiv in der Remissionsinduktion, eine Prüfung in prospektiven klinischen Studien wäre wünschenswert.

Quelle: RMD Open 2023; 9(1): e002742