BILDGEBENDE DIAGNOSTIK

Bursitis olecrani – Schlüssel zur Diagnose

GELENK-/WEICHTEILSONOGRAFIE: Abb. 1a: Längsschnitt rechtes Ellenbogengelenk mit flüssigkeitsgefüllter Bursa, 1b: Querschnitt rechtes Ellenbogengelenk streckseitig mit entzündlich verdickter Synovialmembran, 1c: Längsschnitt rechtes Ellenbogengelenk streckseitig mit Powerdoppler und Nachweis einer Synovialitis Grad 2.

GELENK-/WEICHTEILSONOGRAFIE: Abb. 1a: Längsschnitt rechtes Ellenbogengelenk mit flüssigkeitsgefüllter Bursa, 1b: Querschnitt rechtes Ellenbogengelenk streckseitig mit entzündlich verdickter Synovialmembran, 1c: Längsschnitt rechtes Ellenbogengelenk streckseitig mit Powerdoppler und Nachweis einer Synovialitis Grad 2.

ANAMNESE: Der 81-jährige Patient stellte sich zur rheumatologischen Abklärung vor. Seit 11/2020 Schwellung und Schmerz im Bereich des Handskeletts. Ferner seit einigen Tagen Schwellung und Schmerzen im Bereich des rechten Ellenbogens streckseitig. Seit vielen Jahren ist eine erhöhte Harnsäure (bis 10 mg/dl) bekannt. Ein „Gichtanfall“ (Podagra) ist nicht erinnerlich bzw. erfragbar. Zustand nach i.m. Steroiddepotgabe hausärztlicherseits. Punktuell Einnahme von Ibuprofen. Derzeit keine medikamentöse Therapie.

KLINISCHER BEFUND: 178 cm, 65 kg. Gelenkstatus: Schwellung im Bereich des rechten Handgelenks dorsalseitig sowie einzelner Fingergrundgelenke, rechtsbetont. Faustschluss beidseits möglich. Sichtbare und tastbare Verdickung mit Überwärmung und Rötung an der Ellenbogenstreckseite rechts.

LABOR: CRP 18,2 mg/l (Norm bis 5 mg/l), BKS 32/h, Hb 12,2 g/dl, Harnsäure 8,9 mg/dl, RF neg., ccP-Ak neg., ANA neg. 

SYNOVIAANALYSE: 10.500 Zellen/ml, Nachweis von Harnsäurekristallen. Die bakteriologische Untersuchung ergab keinen Erregernachweis und kein Bakterienwachstum im Punktat.

BILDGEBUNG: s. u.

DIAGNOSE: Bursitis olecrani bei Arthritis urica (im Alter)

BEMERKUNGEN: Die Bursitis olecrani ist eine Entzündung des Ellenbogenschleimbeutels. Mögliche Ursachen einer Bursitis olecrani sind ein Trauma, beispielsweise eine geschlossene Schleimbeutelverletzung (Prellung, Sturz etc.) oder offene Schleimbeutelverletzung mit Eindringen von Bakterien, v. a. Staphylococcus aureus (septische Bursitis), oder rheumatische Erkrankungen, z. B. Gicht mit Ablagerung von Uratkristallen oder rheumatoide Arthritis durch Ablagerung von Immunkomplexen, oder  eine chronische Druckbelastung, z. B. durch Aufstützen beim Lesen (Bursitis informaticus olecrani oder „student's elbow"). Bei der Einteilung unterscheidet man eine akute von der chronischen Bursitis olecrani.

Die Diagnose ergibt sich in der Regel bereits aus der klinischen Untersuchung. Wenn keine traumatische Ursache vorliegt, ist die laborchemische Messung der Entzündungsparameter sowie der Harnsäure und Rheumafaktoren notwendig. Sonografisch zeigt sich eine erhöhte Flüssigkeitsansammlung und ggf. eine Proliferation der Synovialmembran. Weiterhin kann das Ellenbogengelenk mittels Röntgenuntersuchung in 2 Ebenen abgebildet werden. 

THERAPIE: Es wurde eine diagnostische/therapeutische Bursapunktion/-injektion durchgeführt. 15 ml trübes Punktat wurde gewonnen und eine Injektion mit Triamcinolon 20 mg durchgeführt. Innerhalb von 7 Tagen kam es zu einer fast vollständigen Rückbildung der Bursitis. 

GELENK-/WEICHTEILSONOGRAFIE: Abb. 1a: Längsschnitt rechtes Ellenbogengelenk mit flüssigkeitsgefüllter Bursa, 1b: Querschnitt rechtes Ellenbogengelenk streckseitig mit entzündlich verdickter Synovialmembran, 1c: Längsschnitt rechtes Ellenbogengelenk streckseitig mit Powerdoppler und Nachweis einer Synovialitis Grad 2.

Prof. Dr. med. Herbert Kellner
Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie, 
Gastroenterologie und Physikalische Medizin
Romanstr. 9, 80639 München

Offizielles Mitteilungsorgan des BDRh e.V.