G-BA-BESCHLUSS VOM 1. JULI 2019

Vertragsärztliche Bedarfsplanung

Fakten zum Beschluss

Nach Umsetzung des Beschlusses des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) können bundesweit 3.470 neue Niederlassungsmöglichkeiten entstehen, zusätzlich zu den rund 3.440 derzeit offenen Niederlassungsmöglichkeiten. Von den neuen Niederlassungsmöglichkeiten entfallen 1.446 auf Hausärzte, rund 776 auf Psychotherapeuten, 476 auf Nervenärzte und 401 auf Kinder- und Jugendärzte.

Zusätzlich zu den heute freien Arztsitzen können durch die 3.470 neuen Niederlassungsmöglichkeiten damit bundesweit insgesamt 6.906 Niederlassungen erfolgen.

Für die Arztgruppe der Facharztinternisten sind keine zusätzlichen Zulassungsmöglichkeiten vorgesehen. Jedoch legte der G-BA für Rheumatologen eine Mindestquote von 8 % fest. Eine weitere Erhöhung auf 10 % wird nach 5 Jahren geprüft. Weiterhin wurden für ausgewählte Fachinternisten Maximalquoten festgelegt, die bei Zulassung und Nachbesetzung nicht überschritten werden sollen. 

Gemäß Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) entstehen neue Möglichkeiten, wonach die Landesbehörden in ländlichen oder strukturschwachen Gebieten Zulassungssperren für die Neuniederlassung von Vertragsärztinnen und Vertragsärzten sowie Vertragspsychotherapeuten/-innen aufheben können.

Nach Inkrafttreten der beschlossenen Änderungen zum 30. Juni 2019 haben die Landesausschüsse maximal 6 Monate Zeit, diese umzusetzen. Im Zuge dessen werden auch die in einer Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu erwartenden zusätzlichen Niederlassungsmöglichkeiten pro Planungsbereich berechnet.       

https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen/797/
https://www.g-ba.de/beschluesse/3798/

 

Stellungnahme des BDRh 

Bisher liegen nur in einzelnen KVen Zahlen vor, die aber noch nicht abgesichert sein können, da die jeweiligen Landesausschüsse dem zustimmen müssen. In Bayern zum Beispiel ist die KVB nicht bereit, die ermittelten Zahlen vor der Veröffentlichung im nächsten Jahr im Landesanzeiger nach außen zu geben. 

Nach dem, was bisher in einzelnen KVen an Zahlen bekannt wurde, kommt man auf ganz Deutschland hochgerechnet auf ca. 100 freie Arztsitze für Rheumatologen. Interessant wird vor allem, welche Zulassungsbezirke freie Arztsitze ausweisen werden. Ein Zulassungsbezirk für Facharztinternisten umfasst in der Regel 2 bis 3 KV-Bezirke. Neuere Zahlen deuten bis dato leider auf weniger freie Sitze hin. Von insgesamt 17 KVen haben bisher 9 die Zahlen übermittelt, es sind dort 57 freie Arztsitze für Rheumatologen.

Wirklich Genaueres wissen wir erst Anfang nächsten Jahres. Wir werden Sie laufend unterrichten. 


Dr. Edmund Edelmann
Vorstand des BDRh e. V.