RHEUMA UPDATE 2020

Update zur pädiatrischen Rheumatologie

Jenseits der neuen deutschen Leitlinie zur juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA) geht es laut Prof. Dr. Gerd Horneff, Sankt Augustin, auch mit dem Update der Klassifikationskriterien für JIA voran.

Probleme der vorläufigen Kriterien sind das „Wegfallen“ der Psoriasis-Arthritis sowie die aufgehobene Differenzierung zwischen poly- und oligoartikulärem Befall, worauf derzeit alle Zulassungen basieren. Neu sind die trotz zuvor fehlender Evidenz aus Studien erarbeiteten Treat-to-target (T2T)-Empfehlungen für die Behandlung der JIA. Dass sich die JIA erfolgreich mit dem T2T-Konzept behandeln lässt, zeigte die Best-for-kids-Studie, in der eine sequentielle csDMARD-Monotherapie (Sulfasalazin oder MTX), Kombination aus MTX und 6 Wochen Prednisolon oder MTX plus Etanercept im Hinblick auf das Erreichen einer inaktiven JIA verglichen wurden. Ungeachtet der Ersttherapie erreichten nach 24 Monaten 71 % dieses Ziel (in 39 % der Fälle medikamentenfrei). Auch benötigten etwa gleich viele Patienten bDMARDs in den drei Armen. 

Bei systemischer JIA könnte basierend auf Phase-II-Daten zum Sill-Syndrom des Erwachsenen (AOSD) der IL-18-Antagonist Tadekinig alfa eine Alternative zu IL-1- und IL-6-Inhibitoren bieten, ebenso wie der Anti-Interferon-g-Antikörper Emapalumab wäre dieser auch beim Makrophagenaktivierungssyndrom (MAS) eine Therapieoption. Bei der juvenilen Dermatomyositis gibt es erste positive Daten für JAK-Inhibitoren, beim Colchicin-resistenten familiären Mittelmeerfieber (FMF), HIDS und TRAPS wurde der IL-1-Inhibitor Canakinumab auf Basis der Phase-III-Studie CLUSTER zugelassen.