Systemischer Lupus erythematodes - Aktuelles Update zu Therapieoptionen

Ein Update zur Therapie des Systemischen Lupus erythematodes (SLE) lieferte Prof. Dr. Thomas Dörner, Berlin. Nach wie vor besteht bei SLE ein dringender Bedarf an verbesserten Behandlungsoptionen und Therapiestrategien.

Die derzeit vorgeschlagenen Therapiealgorithmen systemischer Manifestationen orientieren sich insbesondere am Befall von Organen, eine aktuelle Bewertung auch im Hinblick auf die „off-label“-Problematik wurde erst kürzlich publiziert (Lupus 2012; 21: 386-401).

Kritisch ist hierbei insbesondere die Lupus nephritis (LN). Bei proliferativer LN umfasst die Standardtherapie Glukokortikoide und Puls-Cyclophosphamid (CYC), gefolgt von einer Erhaltungstherapie mit Azathioprin (AZA). Bei Kontraindikationen oder Intoleranz gegenüber CYC und/oder AZA, konnte für Mycophenolat-Mofetil (MMF) in der Induktions- und Erhaltungstherapie eine vergleichbare Wirksamkeit belegt werden. Patienten ohne Ansprechen auf diese Therapie können Dörner zufolge von Rituximab, einer kurzzeitigen Anti-TNF-Therapie, Tacrolimus oder einer Immunadsorption profitieren. Bei Patienten mit membranöser LN können auch AZA und Cyclosporin A (CsA) eingesetzt werden.

Beim nicht-renalen SLE erweitert inzwischen der BLyS-spezifische Antikörper Belimumab die Therapiemöglichkeiten, wobei laut Dörner deutlichere Effekte bei Patienten mit Anti-dsDNA-Positivität bzw. niedrigen C3/C4-Spiegeln, also höherer Krankheitsaktivität, erzielt wurden. Für Belimumab wurde neben einer Senkung der Krankheitsaktivität und Schubrate auch ein reduzierter Steroidbedarf nachgewiesen, so Dörner.

Andere derzeit in klinischen Studien geprüfte Therapien zielen z. B. auf die Inhibition von IFN-a und IL-6. Laut Dörner ergaben kontrollierte Studien mit MMF, Abatacept und Tocilizumab signifikante Effekte auf die Arthritis bei SLE.

Insgesamt basiert die Behandlung therapierefraktärer Patienten mit nicht-renalem SLE bislang auf geringerer Evidenz als bei LN – daraus ergibt sich weiterer Handlungsbedarf, die Therapie bei SLE und anderen Kollagenosen noch weiter zu verbessern.