Nachruf auf Dr. Hans-Friedrich Spies

Dr. med. Hans-Friedrich Spies

Dr. med. Hans-Friedrich Spies

Wir trauern um Dr. Hans-Friedrich Spies, Kardiologe und berufspolitisch aktiver Kollege, der nach schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren verstarb und über viele Jahre die Verbandspolitik der Internisten sowie auch der Rheumatologen äußerst positiv geprägt hat.

Nach einer Karriere in verschiedenen Gremien der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, als Vorstandsmitglied der KV Hessen (ab 1995), stellvertretender KV-Vorsitzender (1997-2001) und KV-Vorsitzender (2001-2003) sowie als Beirat der KBV (bis 2004), wandte er sich ab dem Jahre 2008 in der Funktion als Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Internisten (BDI) der politischen Interessenvertretung der Internisten zu. Es folgten die Ämter als Vizepräsident (2012-2016) und als Präsident des BDI (2016-2019), wobei er aus Altersgründen das Amt im Jahre 2019 abgab. Über ein Jahrzehnt hat er als Chefredakteur des BDI aktuell, dem verbandspolitischen Organ des BDI, diese Zeitung mit lesenswerten Artikeln und hervorragenden Analysen der Gesundheitspolitik geprägt. 

Seine feine, zurückhaltende Art, politische Inhalte vorzutragen, seine umsichtige Vorgehensweise seine politischen Ziele zu verwirklichen, war stets verbindlich und ließ andere Meinungen gelten. Er war ein ausgesuchter Diplomat im Umgang mit politischen Kontrahenten und konnte mit seinen profunden Analysen 
und seiner Sachkenntnis überzeugen. 

Ein zentrales Ziel war für ihn der Erhalt des freien Arztberufs, den er mit den Plänen zur neuen GOÄ, mit verschiedensten gesetzlichen Vorgaben für die Selbstverwaltung, mit der ökonomischen Beeinflussung der ärztlichen Entscheidungsfreiheit durch Krankenhausverwaltungen wie durch das DRG-System, bedroht sah. 

Zu den Sektionen des BDI, insbesondere zu uns Rheumatologen, pflegte er als Vorstandsmitglied, Vizepräsident und Präsident des BDI stets ein entspanntes, freundschaftliches Verhältnis und unterstützte unsere politischen Intentionen. Er stand unseren Plänen, unserem Vorgehen nicht im Wege, auch wenn sich, wie zum Beispiel bei dem von uns angestrebten Wegfall der Bedarfsplanung für Rheumatologen, unterschiedliche Zielsetzungen zwischen BDI und BDRh zeigten. 

Für uns Rheumatologen waren seine Kenntnisse und Hintergrundinformationen, die er jederzeit gerne bei Verbandssitzungen, bei Vorträgen und im persönlichen Gespräch teilte, äußerst wertvoll. Wir trauern um einen politischen Wegbereiter der Inneren Medizin, der mit seiner verbindlichen, diplomatischen Art ein Vorbild für jedwede Form des politischen Diskurs und der politischen Arbeit war.        
 

Der BDRh-Vorstand und 
Edmund Edelmann