RHEUMA UPDATE 2020

Metabolische Arthritiden: Gicht im Fokus

Nur wenig Neues gibt es zur Gicht, erläuterte Prof. Dr. Bernhard Manger, Erlangen. Dies gilt auch für die Neuauflage der EULAR-Empfehlungen zur stadienadaptierten Diagnose bei Gicht.

Die wohl entscheidende Weiterentwicklung besteht in der Verfügbarkeit von Sonografie und DECT, die auch bei asymptomatischen Patienten vor dem ersten Gichtanfall oder in den beschwerdefreien Intervallen zwischen den Anfällen einen Nachweis von Uratablagerungen ermöglichen. In Sachen Therapie wird weiterhin die CARES-Studie kontrovers diskutiert, in der Febuxostat in puncto kardiovaskulärer Ereignisse Allopurinol nicht unterlegen, aber mit einer erhöhten kardiovaskulären und Gesamtsterblichkeit assoziiert war. Nachdem 85 % aller kardiovaskulärer Ereignisse erst nach Absetzen der Medikation auftraten, sind auch negative Reboundeffekte nicht auszuschließen – wie relevant das Signal wirklich ist, bleibt weiter fraglich. Beim akuten Gichtanfall wird – vor allem stationär – mitunter auch off-label der IL-1-Inhibitor Anakinra eingesetzt. In einer randomisierten, kontrollierten Studie über 5 Tage erwies sich Anakinra (100 mg s.c.) einer oralen Standardtherapie (3x 0,5 mg/Tag Colchicin oder 2x 500 mg/Tag Naproxen oder 1x 35 mg Prednison) als gleichwertig. Eine Zulassung bei akuter Gicht für Patienten mit multiplen Komorbiditäten wäre sicher wünschenswert.