Polymyalgia rheumatica

EULAR/ACR-Therapieleitlinie auf dem Weg

Ein weiteres Highlight des EULAR-Kongresses war die gemeinsame, noch final zu verabschiedende EULAR- und ACR-Leitlinie zur Therapie der Polymyalgia rheumatica (PMR), deren Grundzüge von Prof. Dr. Bhaskar Dasgupta, London (Großbritannien), vorgestellt wurden und von der man sich nach deren Publikation einen erheblichen Impuls zur Verbesserung des Therapiemanagements der PMR erwartet.

Hauptziel der Leitlinengruppe war es, durch die neuen, sich gleichermaßen an Hausärzte, Internisten und spezialisierte Rheumatologen richtenden praxisnahen Empfehlungen eine gewisse Vereinheitlichung des stark variierenden Therapiemanagements der PMR – vor allem hinsichtlich der initialen Glukokortikoid-Dosis, deren Reduktion/Ausschleichen, der Dauer der Therapie und dem Einsatz von DMARDs – zu befördern (EULAR 2014; SP0037) (1). Zu konstatieren ist jedoch auch, dass zur PMR noch ganz erheblicher Forschungsbedarf besteht; so deckten zur Leitlinien-Entwicklung angestrengte Literaturreviews große Defizite in puncto Therapiestudien und Prognosefaktoren auf (EULAR 2014; SP0038) (2). 

Zu den übergreifenden Prinzipien der PMR-Versorgung gehört die Festlegung eines sicheren und spezifischen diagnostischen Vorgehens zur eindeutigen Feststellung der PMR mit dem klaren Ausschluss ähnlicher Krankheitsbilder bei der klinischen Untersuchung. Vor der Verordnung von Glukokortikoiden wird eine gezielte Erfassung von Laborparametern (i.e. RF und/oder ACPA, CRP und/oder BSG) gefordert, um das nachfolgende Therapiemonitoring zu erleichtern. Vor und auch während der Therapie wird die regelmäßige Erhebung potenzieller Risikofaktoren (Glukokortikoid-assoziierte Nebeneffekte, sonstiges Risiko für unerwünschte Ereignisse, Komorbiditäten, Begleittherapien, hohes Rezidivrisiko, Langzeittherapie, mögliches Hinzuziehen anderer Spezialisten bei atypischer Präsentation) empfohlen. 
Die Patienten sollten über alle Aspekte der PMR und deren Behandlung umfassend aufgeklärt werden und einen spezifischen Therapieplan mit individuell festgelegter Glukokortikoid-Startdosis und subsequenter „Tapering“-Strategie erhalten. Insgesamt 12 Empfehlungen werden ausgesprochen, die neben Hinweisen zur initialen Glukokortikoid-Dosis mit nachfolgender Dosis-Deeskalation auch die gut dokumentierte Rolle von Methotrexat (MTX) in bestimmten Subgruppen, die Rolle von i.m.-Glukokortikoiden sowie von NSAR und Biologika (i.e. TNFα-Blocker) beleuchten, wobei für die beiden zuletzt genannten Interventionen im Literaturreview keine klare Evidenz für einen Nutzen erkennbar war. Generell bleiben noch zahlreiche Fragen zur optimalen Therapie, aber auch prognostischen Faktoren offen, weshalb auch Empfehlungen für künftige Forschungsansätze bei der PMR formuliert wurden. 

Quellen:
1 Ann Rheum Dis 2014; 73(Suppl 2): S10
2 Ann Rheum Dis 2014; 73(Suppl 2): S10-11