Ein Denker und Macher geht von Bord: Edmund Edelmann

Dr. Edmund Edelmann

Dr. Edmund Edelmann

Wenn man „Edmund Edelmann“ googelt, dann bekommt man über 300.000 Ergebnisse. Kann das sein? Bei Edmund ist ja die Energie, die Präsenz und das Multitasking sehr ausgeprägt, aber das ist dann doch schon etwas viel. Wenn man „Bad Aibling“ ergänzt, sind es „nur noch“ über 6.600 Links. 

Das erste Mal, dass ich Edmund Edelmann wahrgenommen habe, war am Ende meiner Ausbildung zum Rheumatologen im Januar 1999. Wir, Rüdiger de la Camp und ich, waren bei dichtem Schneefall nach Bad Abbach gefahren, um in der Klinik von Professor Heiner Menninger an einem Train-the-Trainer-Seminar für die „Bayerische Patientenschulung“ teilzunehmen. Auch Edmund Edelmann, damals ja schon Vorsitzender des Berufsverbandes der bayerischen und der deutschen Rheumatologen, sollte kommen. Es wurde eine späte Ankunft! Edmund verunglückte mit seinem Chrysler Voyager – ein großes Autos, das viel Platz für viele Kinder hatte, war ja notwendig – auf der schneeglatten Autobahn, die nach Bad Abbach führte. Edmund ließ sein zerstörtes Auto zurück, war glücklicherweise unverletzt, und nahm an dem Seminar teil. 

Edmund ist ein Mensch, der sich mit unglaublich viel Energie, großer Beharrlichkeit, nie zu Ende gehendem Optimismus und einer manchmal auch fordernden Leidenschaft für die Rheumatologie und die rheumatologische Berufspolitik einsetzt. Das mag manchmal anstrengend sein, manchmal auch redundant, aber über die Jahre merkt man, dass nur steter Tropfen den Stein höhlt, beziehungsweise Kostenträger davon überzeugen kann, die rheumatologische Versorgung für unsere Patientinnen und Patienten zu verbessern. 

Edmund ist über die Jahrzehnte extrem vernetzt, schnell in der Entwicklung von Ideen, dem Schreiben von Konzepten und Verträgen und oft schon einen oder auch paar Schritte weiter, wenn er andere auffordert mitzugehen. Über mehr als ein Jahrzehnt war er der Vorsitzende des Berufsverbands der Bayerischen Rheumatologen im BDRh und fast zwei Jahrzehnte prägte er als Vorsitzender den BDRh. RheumaDoK, Rheuma Management, Strukturverträge, ASV, moderne Bildgebung und viele andere Themen hat Edmund angestoßen, geprägt, gestaltet und unterstützt. 

Daneben ist er für seine große Familie mit sechs Kindern da und findet Zeit für seine Hobbies Segeln, Skifahren, Tennis und Reisen. Nebenbei sich auch noch im Elternbeirat des Montessori-Kindergarten engagieren: Kein Problem. Edmund macht auch das. 

Edmund geht es um die Sache, es geht ihm darum, rheumatologische Versorgung zu verbessern, die Verbesserungen auch wissenschaftlich zu belegen und die Kostenträger zu überzeugen, sinnvolle Verbesserungen für Patientinnen und Patienten mit entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen zu erreichen. Und das hat geklappt! Für die Rheumatologen hat sich Edmund über Jahrzehnte eingesetzt, die teilweise nicht einmal kostendeckenden Honorare nach und nach zu verbessern. Und auch das hat geklappt! Die viel bessere und positive Wahrnehmung der Rheumatologie, insbesondere der ambulanten Rheumatologie, ist ohne Zweifel untrennbar mit Edmund Edelmann verbunden. 

Mit dem Ausscheiden von Edmund Edelmann aus dem Bundesvorstand geht eine Ära zu Ende. Als Ehrenvorsitzender des BDRh wird sich Edmund, so kennen wir ihn, weder zur Ruhe setzen noch Ruhe geben. Manchmal ein bisschen leise, manchmal ein bisschen schnell, wird Edmunds Stimme in der Rheumatologie weiter zu hören sein und gehört werden.

Lieber Edmund! Danke für mehr als zwei Jahrzehnte unermüdlichen, kreativen und konstruktiven Einsatz für unsere Rheumatologie, für uns Rheumatologen, aber auch ganz besonders für unsere Patientinnen und Patienten. Ganz besonders, ganz wertvoll! Und du weißt ja, wir sind zum Essen verabredet und das schon, glaube ich, seit fast zehn Jahren. Jetzt sollte es doch mal klappen! Alles Gute!                        


Dein Florian Schuch
stellvertretend für den gesamten BDRh