Drohende Engpässe abgewendet: Hydroxychloroquin weiter für Rheumapatienten verfügbar

Bezugnehmend auf eine drohende Verknappung von Hydroxychloroquin (HCQ) im Zusammenhang mit der COVID-19-Therapie hatte die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) unmittelbar reagiert und im März sowohl in einem gemeinsamen Brief mit dem Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) an Bundesgesundheitsminister Spahn auf die Problematik für Rheumapatienten hingewiesen, Maßnahmen zu deren Schutz eingefordert als auch mit Herstellern Möglichkeiten zur sicheren Versorgung mit HCQ erörtert.

Das Büro des Ministers hat darüber informiert, dass das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die Ärzte- und Apothekerschaft generell aufgefordert habe, Arzneimittel bedarfsgerecht und nicht in übermäßigen Mengen zu verschreiben oder abzugeben. Darüber hinaus verweist das BMG darauf, dass das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Empfehlungen zur Kontingentierung von Arzneimitteln an pharmazeutische Unternehmer und Arzneimittelgroßhandlungen gerichtet habe. Außerdem sollten Exporte von Arzneimitteln nicht über das normale Maß hinaus erfolgen.

Das BMG habe sich darüber hinaus auch an Ärzte und Apotheker gewandt, die die Versorgung mit HCQ in den zugelassenen Indikationen sicherstellen: Die Anwendung außerhalb der zulassungskonformen Indikationen rheumatoide Arthritis, juvenile idiopathische Arthritis oder systemischer Lupus erythematodes sowie Malariaprophylaxe sollte zum Schutz der Patienten im off-label-Einsatz außerhalb von klinischen Prüfungen nur im Rahmen von individuellen Heilversuchen bei stationär überwachten Verläufen von mit SARS-CoV-2 infizierten Patienten erfolgen. Das BMG schreibt dazu weiter, dass „aus Gründen der Arzneimittelsicherheit (…) hydroxychloroquinhaltige Arzneimittel daher ambulant nur noch unter Angabe einer zugelassenen Indikation verordnet und abgegeben werden sollen.“ 

Aus Sicht der DGRh und des BDRh besteht damit vorerst kein Anlass zur Sorge für eine Verknappung von HCQ für Rheumapatienten. Auf der Internetseite des BfArM finden sich Informationen zu Hydroxychloroquin und dessen Sicherstellung in der Versorgung von Patienten in den zugelassenen Indikationen: www.bfarm.de/DE/Service/Presse/Themendossiers/Coronavirus/_node.html.