FRÜHSPRECHSTUNDEN

Bessere rheumatologische Versorgung

Neue Sprechstundenmodelle für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis (RA) ermöglichen eine frühe Diagnose und Therapie, verringern die Folgen der Krankheit und verbessern die Lebensqualität, so eine aktuelle Studie. Darüber hinaus haben neue Früh- oder Screeningsprechstunden das Potenzial, Folgekosten zu senken.

Zwischen ersten Anzeichen einer RA bis zur korrekten Diagnose und zum Therapiebeginn vergehen in Deutschland im Schnitt 9 Monate, bei anderen entzündlich-rheumatischen Erkrankungen vergeht sogar noch mehr Zeit. Screening- oder Frühsprechstunden können dies verhindern: Erste Daten belegen, dass bei frühem Therapiestart die Behandlung deutlich effektiver ist (Z Rheumatol 2019; 78(8):722-742).

Die Sektion Rheumatologie des Universitätsklinikums Heidelberg betreibt seit Februar 2016 eine Screeningsprechstunde. Seit Februar 2018 untersuchen Dr. Karolina Benesova und Kollegen diese im Rahmen der SCREENED-Studie und vergleichen sie mit weiteren Modellen von Frühsprechstunden deutschlandweit. Die verschiedenen Konzepte arbeiten auf eine frühestmögliche Therapieeinleitung hin. Sie nutzen hierfür vorgeschaltete telefonische Abfragen, Fragebögen, Checklisten oder computer-basierte Algorithmen. Einige an der Studie beteiligte rheumatologische Zentren konnten nachweisen, dass eine Remission durch eine frühe Therapieeinleitung nach einer Screening- oder Frühsprechstunde häufiger erreicht wird, erläuterte Benesova. Von 206 Patienten mit entzündlich-rheumatischer Erkrankung erreichten 58,3 % eine komplette Remission, bei Patienten mit neu diagnostizierter RA sogar 70,8 %. Die Modelle der Screening- oder Frühsprechstunden sind vielfältig. Erfolgreich sind sind sie vor allem dann, wenn sie sich regionalen Strukturbesonderheiten anpassen.                             

Quelle: DGRh-Mitteilung, 10. Oktober 2019