ANCA-assoziierte Vaskulitiden - Neue Erkenntnisse zu Rituximab

Auch die bei ANCA-assoziierten Vaskulitiden (AAV) eingesetzten Therapien sind bei mitunter unzureichender Wirksamkeit vielfach „off-label“ und zudem vor allem bei hochaktiven Verlaufsformen mit vielfach erheblichen Langzeitschädigungen durch Glukokortikoide und Cyclophosphamid (CYC) assoziiert, erläuterte Prof. Dr. Christof Specker, Essen.

Eine Alternative bei AAV wie Granulamatose mit Polyangiitis/Wegener (GPA) und mikroskopischer Polyangiitis (MPA) bietet das in den USA hierfür nach den Ergebnissen der RITUXVAS- und RAVE-Studien zugelassene Rituximab (RTX). In der RAVE-Studie war RTX nicht weniger wirksam in der Remissionsinduktion als Cyclophosphamid (CYC) und besser wirksam bei Rezidiven.

Neuen Langzeitdaten zufolge befanden sich nach 12 und 18 Monaten unter RTX, und zwar wie Specker betonte ohne Glukokortikoide oder weitere Immunsuppressiva, 42 und 36 % der Patienten weiterhin in Remission gegenüber 38 und 31 % in der CYC-Gruppe, die aber zusätzlich noch Azathioprin erhielt. Die Schubraten unterschieden sich über 18 Monate nicht zwischen den Behandlungsgruppen. Die durchschnittliche kumulierte Glukokortikoid-Dosis war im RTX-Arm nach 12 Monaten signifikant niedriger, aber nicht mehr nach 18 Monaten. Leider gab es jedoch keine Unterschiede bei den unerwünschten Ereignissen bis zum Ende des Beobachtungszeitraums nach 18 Monaten, wobei sich viele CYC-Komplikationen freilich erst nach mehreren Jahren einstellen.             

Quelle: Symposium „Neue Entwicklungen in der Therapie rheumatologischer Erkrankungen“, DGIM-Kongress, Wiesbaden, 14. April 2012