Zwei Studien belegen erhöhtes Thromboserisiko

Dass die Rheumatoide Arthritis mit einem erhöhten Risiko venöser Thromboembolien (VTE) wie tiefen Beinvenenthrombosen (TVT) oder Lungenembolien (LE) einhergeht, bestätigen sowohl die Daten taiwanesischer Forscher um Wei-Sheng Chung, Taichung, als auch einer US-amerikanischen Arbeitsgruppe um Seoyoung C. Kim, Boston.

In Taiwan wurde zwischen 1998 und 2008 (Follow-up bis Ende 2010) anhand der  Taiwan National Health Insurance Research Database (NHIRD) das Risiko für TVT und LE bei 29.238 RA-Patienten mit jenem einer Alters- und Geschlechts-angepassten Kohorte von 116.952 Kontrollen verglichen und auf weitere Risikofaktoren sowie Komorbiditäten adjustiert. (1)

Im Ergebnis erhöhte eine RA im Vergleich zu Teilnehmern ohne RA das adjustierte Risiko für TVT und LE jeweils signifikant um den Faktor 3,36 bzw. 2,07. Auch wenn hieraus, so folgern die Autoren, nicht unmittelbar die Notwendigkeit einer generellen Thromboseprophylaxe abgeleitet werden kann, sollten Rheumatologen beim Management von RA-Patienten VTE ebenso auf dem Merkzettel haben, wie kardiovaskuläre Erkrankungen oder einen Typ-2-Diabetes. Untermauert wird dies durch eine retrospektive Kohortenstudie unter Verwendung US-amerikanischer Versicherungsdaten, in der für zwei Jahre in zwei Alters- und Geschlechts-adaptierten RA- und Nicht-RA-Kohorten die Häufigkeit von VTE – TVT und LE – erfasst und auf eine Reihe von Risikofaktoren adjustiert wurden. (2)

Während 1.000 Personenjahren kam es bei den RA-Patienten zu 6,1 VTE-Fällen, dies war 2,4-mal häufiger als bei Teilnehmern ohne RA. Das relative Risiko für TVT und LE war bei RA in ähnlichem Maße erhöht (RR 2,2 bzw. 2,7). Auch nach Adjustierung auf VTE-Risikofaktoren blieb das bei RA gesteigerte VTE-Risiko bestehen (Hazard ratio, HR 1,4).                       

Quellen:

1   Ann Rheum Dis 2013; doi:10.1136/annrheumdis-2013-203380

2   Arthritis Care Res 2013; 65: 1600-1607