Rheumatoide Arthritis

Zielgerichtete Therapien: Vorteile beim Knochenerhalt

Den Einfluss von über drei Jahre hinweg applizierten zielgerichteten Therapien in Form von biologischen DMARDs oder JAK-Inhibitoren (bDMARDs bzw. tsDMARDs) im Vergleich zu konventionellen DMARDs (csDMARDs) auf die Knochenmineraldichte (BMD) bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) untersuchten in einer Propensity Score-gematchten Analyse taiwanesische Rheumatologen um Tien-Tsai Cheng, Kaohsiung. 

Zwischen 2014 und 2019 wurden RA-Patienten rekrutiert und klinische Charakteristika, BMD und osteoporotische Frakturen beim Einschluss dokumentiert. Die Studienteilnehmer wurden gemäß den britischen NICE-Guidelines über einen 3-Jahres-Zeitraum hinweg behandelt. Der BMD wurde bis Studienende wiederholt erfasst und die Patienten mittels Propensity Score (PS) im Verhältnis 1:2 auf eine Therapie mit bDMARDs (zumeist TNFα-Inhibitoren) bzw. tsDMARDs (überwiegend Tofacitinib) oder ausschließlich mit csDMARDs (meistens Methotrexat) gematcht. Den 3-jährigen Studienzeitraum komplettierten 388 RA-Patienten (im Mittel 57 Jahre, Krankheitsdauer 14 Jahre, 80 % Frauen), 98 davon hatten gemäß PS eine zielgerichtete Therapie (Gruppe 1) und 184 ausschließlich csDMARDs (Gruppe 2) erhalten. Die Patienten in Gruppe 1 hatten zu Beginn (3,7 vs. 3,3; p<0,001) und nach drei Jahren einen höheren DAS28 (3,3 vs. 3.1; p=0,046) sowie HAQ-DI (6,1 vs. 4,0, p=0,006). Je 85 % nahmen orale Glukokortikoide ein (im Mittel 4,7 mg/Tag), 30 % erhielten eine spezifische antiosteoporotische Therapie mit z. B. Bisphosphonaten oder Denosumab.

Nach drei Jahren blieb in Gruppe 1 die BMD an Schenkelhals, Hüfte und den Lendenwirbeln L1-4 stabil (p=0,09; 0,15; 0,87), während in Gruppe 2 eine signifikante Abnahme an diesen Lokalisationen zu verzeichnen war (p=0,045; <0,001; 0,004). Am stärksten profitierte in puncto Knochenerhalt jene Subgruppe von Patienten mit einer kombinierten b/tsDMARD- und Anti-Osteoporose-Therapie.

Es erhärten sich somit frühere Befunde, wonach mit der langfristigen Gabe von bDMARDs (und hier auch JAK-Inhibitoren) gegenüber csDMARDs eine bessere Osteoporose-Prophylaxe zu bewerkstelligen ist.        

Quelle: Rheumatology 2020; doi: 10.1093/rheumatology/kez655