Gichtarthritis

Was kann mit Lesinurad erreicht werden?

Bereits seit geraumer Zeit bei Gichtarthritis zur Harnsäuresenkung in Kombination mit Allopurinol oder Febuxostat zugelassen, allerdings hierzulande noch nicht verfügbar, wurden unlängst die Daten der 12-monatigen Phase-III-Studie CLEAR-2 publiziert, die – analog zur CRYSTAL-Studie on top von Febuxostat – den Nachweis erbracht hat, dass der URAT1-Inhibitor Lesinurad bei Patienten mit unzureichender Effektivität von Allopurinol kombiniert mit diesem häufiger das Erreichen des Zielwerts gestattet.

In der von einem internationalen Team um Thomas Bardin, Paris (Frankreich), veröffentlichten Studie war die Effektivität und Sicherheit von Lesinurad (200 oder 400 mg) bei insgesamt 610 Patienten mit unzureichendem Ansprechen auf Allopurinol ≥300 mg (bzw. ≥200 mg bei eingeschränkter Nierenfunktion) und einem Serum-Harnsäurespiegel ≥6,5 mg/dl (im Mittel 6,9 mg/dl) sowie ≥2 Gichtanfällen im Vorjahr getestet worden. Gegenüber Allopurinol alleine erreichten unter Lesinurad nach sechs Monaten signifikant mehr Patienten den primären Endpunkt eines Serum-Harnsäurewerts <6 mg/dl (55,4 und 66,5 vs. 23,3 %; je p<0,0001). Kein klinisch relevanter Unterschied zeigte sich bei den sekundären Endpunkten wie z. B. der Rate von erneuten Gichtanfällen. Die Verträglichkeit von Lesinurad war insgesamt gut und in der 200 mg-Dosis vergleichbar mit der Allopurinol-Monotherapie. Nur mit der 400 mg-Dosis war ein deutlicher Anstieg renaler Nebenwirkungen verbunden (15 vs. 5 %). Der künftige Stellenwert der Kombination mit Lesinurad bleibt in Anbetracht einer bei Gicht ohnehin schon schlechten Therapieadhärenz aber fraglich, zumal bei unzureichender Wirksamkeit von Allopurinol auch noch das effektivere Febuxostat zur Verfügung steht.

Quelle: Ann Rheum Dis 2017; 76(5): 811-820