Postmenopausale Osteoporose

Vor Therapiepause DXA-Messung entscheidend

Nach drei bis fünf Jahren wird bei Osteoporose-Patienten immer öfter die temporäre Unterbrechung einer Bisphosphonat-Therapie erwogen. Dass sich das hierdurch potentiell steigende Frakturrisiko vor einer geplanten Therapiepause am besten durch eine DXA-Messung der Knochendichte abschätzen lässt, haben US-amerikanische Experten um Douglas Bauer, San Francisco, zeigen können.

Ausgewertet wurden hierzu Daten der randomisierten, kontrollierten FLEX-Studie, in der untersucht worden war, ob nach einer Behandlung mit Alendronat über fünf Jahre eine Fortsetzung sinnvoll ist. Die Therapiefortführung senkte zwar das Risiko vertebraler, nicht aber jenes von Hüftfrakturen. Auf der anderen Seite kam es bei 22 % der Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose, die das Bisphosphonat abgesetzt hatten, innerhalb der nächsten fünf Jahre (oft schon binnen 12 Monaten) zum Auftreten erneuter Frakturen. In der aktuellen Post-hoc-Analyse wurde nun gezielt nach prädiktiven Faktoren für ein erhöhtes Risiko nach Beginn der Therapiepause gefahndet.

Zur Verlaufskontrolle keine Aussagekraft hatten die Knochenumbaumarker NTx und BAP sowie die DXA-Messung der Knochendichte (BMD) der Hüfte, während sowohl das Alter der Patientin als auch der Ausgangswert der DXA-Messung zu Beginn der Therapiepause gute Hinweise auf das spätere Frakturrisiko gaben. Dieses stieg nach dem Absetzen von Alendronat pro fünf Jahre Lebensalter um 54 % an. Bei Patientinnen mit niedriger BMD im Femur lag ein um 87 % erhöhtes Risiko vor, bei niedrigen Werten im Oberschenkelhals wurde sogar ein um mehr als das Doppelte erhöhtes Risiko beobachtet (Hazard ratio, HR 2,17). Sowohl das Alter als auch die mit dem DXA ermittelte Knochendichte im Femur sollten daher vor einem „drug holiday“ zur Grundlage der Therapieentscheidung gemacht werden.

Quelle: JAMA Intern Med 2014; doi: 10.1001/jamainternmed.2014.1232