RHEUMATOIDE ARTHRITIS

SELECT-EARLY: Upadacitinib schlägt Methotrexat

Die bereits auf dem ACR 2018 von Ronald van Vollenhoven, Amsterdam (Niederlande), und Kollegen vorgestellte randomisierte, doppelblinde, aktiv-kontrollierte Phase-III-Studie SELECT–EARLY zum Einsatz des Januskinase (JAK)-1-Inhibitors Upadacitinib bei Patienten mit sehr früher rheumatoider Arthritis (RA) wurde jetzt vollständig publiziert und zeigte einen klaren Vorteil gegenüber Methotrexat (MTX) als Ersttherapie. 

In die Studie eingeschlossen wurden 947 Patienten mit aktiver, überwiegend früher RA (RF- und ACPA-positiv, ≥1 Gelenkerosion; mittlere Krankheitsdauer 0,5 Jahre), die noch kein oder nur in limitiertem Umfang MTX (oder ein anderes csDMARD) erhalten hatten. Im Verhältnis 1:1:1 wurden die Teilnehmer für 24 Wochen auf 1x 15 oder 30 mg/Tag Upadacitinib oder MTX (7,5-20 mg/Woche) randomisiert. 

Primäre Endpunkte waren das ACR50-Ansprechen in Woche 12 und eine DAS-CRP-Remission <2,6 in Woche 24. Sekundäre Endpunkte waren die radiografische Progression (mTSS) und der Anteil von Patienten ohne eine solche (mTSS ≤0) in Woche 24. 89 % der Patienten (n=840) schlossen die Studie in Woche 24 ab. 

Beide primäre Endpunkte wurden erfüllt: Signifikant mehr Patienten erreichten unter 15 bzw. 30 mg Upadacitinib versus Placebo einen ACR50 in Woche 12 (52,1 und 56,4 vs. 28,3 %; je p<0,001) und DAS28-CRP<2,6 in Woche 24 (48,3 und 50,0 vs. 18,5 %; je p<0,001). Auch für alle sekundären Endpunkte zeigte sich durchgehend eine signifikante Überlegenheit beider Upadacitinib-Arme gegenüber Placebo (alle p<0,001). Beide Dosierungen waren vergleichbar wirksam, in Woche 24 erreichten z. B. je knapp 80 % einen ACR20, 45-50 % einen ACR70 und je 50 % eine DAS28-Remission. Bis Woche 24 wurde ein stets signifikanter Vorteil in puncto niedriger Krankheitsaktivität und Remission für Upadacitinib gezeigt (nominal p<0,001). 88 und 89 (15 bzw. 30 mg) vs. 78 % der Patienten zeigten in Woche 24 keine radiografische Progression, der ΔmTSS betrug 0,14 und 0,07 vs. 0,67 (p<0,01). Therapie-assoziierte unerwünschte Ereignisse traten nur unter der (ohnehin bei RA nicht zugelassenen) 30 mg-Dosierung mit 71 % etwas häufiger als unter MTX (65 %) auf. 

Quelle: Arthritis Rheumatol 2020; doi: 10.1002/art.41384