PRIMÄRES SJÖGREN-SYNDROM

Positive Studiendaten zu Anti-CD40-Antikörper Iscalimab

Das primäre Sjögren-Syndrom (PSS) ist eine Autoimmunerkrankung, die vorrangig durch Mund- und Augentrockenheit infolge einer Beeinträchtigung exokriner Drüsen gekennzeichnet ist. Bislang konnte hier für systemische Therapien noch keine konsistente Effektivität belegt werden. CD40–CD154-mediierte T-Zell–B-Zell-Interaktionen tragen beim PSS zur abweichenden Lymphozyten-Aktivierung im entzündeten Gewebe bei, die zur Sialadenitis führt. Dies macht CD40 zu einem interessanten Angriffspunkt für die Therapie. Ein internationales Team um Peter Gergely, Basel (Schweiz), berichtete nun über eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Proof-of-Concept-Studie zu dem Anti-CD40-Antikörper Iscalimab.

Zwischen 2014 und 2016 wurden 44 Patienten im Alter von 18-75 Jahren rekrutiert, die die AECG-Kriterien aus 2002 für PSS erfüllten und im Verhältnis 2:1 auf s.c. Iscalimab (3 mg/kg) oder Placebo in den Wochen 0, 2, 4 und 8 (Kohorte 1; n=12) oder i.v. Iscalimab (10 mg/kg) oder Placebo in den Wochen 0, 2, 4 und 8 (Kohorte 2; n=32) randomisiert – stratifiziert nach der Einnahme oraler Steroide zu Baseline. Ab Woche 12 erhielten die Patienten in beiden Kohorten open-label Iscalimab s.c. bzw. i.v. für weitere 12 Wochen. Primäres Kriterium der Sicherheit waren unerwünschte Ereignisse (UE), die Effektivität wurde anhand der Krankheitsaktivität gemäß dem ESSDAI-Score in Woche 12 erfasst (Per-Protokoll-Analyse).

Im Ergebnis waren UE zwischen den Therapiearmen gleich verteilt mit einem Auftreten bei allen Patienten in Kohorte 1 und bei 52 vs. 64 % in der Iscalimab- bzw. Placebogruppe in Kohorte 2. Es wurden zwei schwere UE (eine bakterielle Konjunktivitis und ein Fall von Vorhofflimmern) verzeichnet, die nicht Iscalimab zugeschrieben wurden. In Bezug auf die Wirksamkeit zeigte sich unter i.v. Iscalimab eine durchschnittliche Reduktion um 5,21 Punkte im ESSDAI-Score gegenüber Placebo (p=0,0090), während bei s.c.-Applikation (bei aber nur sehr wenigen Patienten) kein signifikanter Unterschied versus Placebo erkennbar war. Aus den bisherigen, noch vorläufigen Daten lässt sich durchaus auf eine gewisse Wirksamkeit dieses neuen Therapieprinzips bei PSS schließen, für genauere Aussagen bedarf es aber weiterer und größerer Studien – noch lässt sich das therapeutische Potenzial der CD40-Blockade bei PSS nicht so richtig einschätzen.

Quelle: Lancet Rheumatol 2020; 2(3): e142-e152