Patientenmanagement über Apps in der Praxis gut machbar

Medizin-Apps bieten innovative Lösungen für die Verlaufsbeobachtung von Patienten und deren Management. Vor dem Einsatz solcher digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) in der ärztlichen Routine bedarf es aber einer Evaluation der Durchführbarkeit und Akzeptanz des Krankheitsmonitorings über die Erfassung Patienten-berichteter Outcomes (PROs). Eine Proof-of-Concept-Studie deutscher Rheumatologen um Jutta G. Richter, Düsseldorf, zieht bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), welche die RheumaLive-App nutzten, nach drei Monaten ein durchaus positives Fazit.

Eingeschlossen wurden 60 RA-Patienten (78 % Frauen, im Mittel 50 Jahre, Krankheitsdauer 10,5 Jahre, HAQ 0,78), die sowohl die Papierversion als auch die per App (RheumaLive) erfassten PROs, den FFbH und daraus abgeleiteten HAQ sowie den modifizierten RADAI-Score, zu Baseline und bei Follow-up-Visiten angaben. Zwischen den Visiten nutzen die Patienten die App auf dem eigenen Smartphone entsprechend ihren Präferenzen. 

Im Mittel betrug die Zufriedenheit mit der App 3,5 auf der von 1-6 reichenden Likert-Skala. Die per App von den Patienten erfassten PRO-Scores waren äquivalent mit den jeweiligen Papierversionen, ersteres wurde von den Teilnehmern präferiert. Nach 3 Monaten betrug die App-Retentionsrate 71,7 %, die Gesamtzufriedenheit der Patienten mit der App wurde auf der Likert-Skala mit 2,2 bewertet. 

Beide Seiten schätzten die App für die Arzt-Patienten-Kommunikation: 87 % der Patienten gaben an, dass es einfacher ist, den Krankheitsverlauf per App zu dokumentieren als alleine durch Befragung während des Arztbesuchs. Eine weitere App-Nutzung wurde von 77,3 % der Patienten empfohlen, gemäß den Ärzten trug die App bei 7 Patienten zu einer Steigerung der Therapieadhärenz bei. 

Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie verdeutlichen diese Daten, dass die „Fernüberwachung“ des Krankheitsverlaufs durch Rheuma-Apps eine sinnvolle und praktikable Lösung in der ärztlichen Routine sein kann – zumindest als Ergänzung zur persönlichen Vorstellung.

Quelle: Arthritis Res Ther 2021; 23(1): 121