Rheumatoide Arthritis

Nebenwirkungen unter Methotrexat im Fokus

Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA) stellt Methotrexat (MTX) unverändert den Pfeiler der Erstlinientherapie dar. Britische Rheumatologen um Suzanne M.M. Verstappen, Manchester, untersuchten nun im Rahmen eines systematischen Literaturreviews anhand dreier Datenbanken die Raten unerwünschter Ereignisse (UE) unter neu gestartetem MTX als Mono- oder csDMARD- Kombinationstherapie bei Patienten mit RA oder entzündlicher Arthritis (IA) sowie Prädiktoren für mit MTX assoziierte UE.

Berücksichtigung fanden insgesamt 46 Beiträge, darunter 34 randomisierte, kontrollierte Studien (RCTs) und 12 Beobachtungsstudien. Die gepoolte Prävalenz sämtlicher UE war mit 80,1 % in den RCTs (95% KI 73,5-85,9 %) vergleichsweise deutlich höher als in den Real-life-Studien mit nur 23,1 % (95% KI 12,3-36,0 %). Dieser Trend bestätigte sich auch im Hinblick auf die gepoolte Prävalenz schwerwiegender UE mit 9,5 % in RCTs (95% KI 7,4-11,7 %) und 2,1 % in den Beobachtungsstudien (95% KI 1,0-3,4 %). Umgekehrt kam es jedoch in den Kohortenstudien mit 15,5 % (95% KI 9,6-22,3 %) häufiger zu einem Absetzen von MTX aufgrund von UE als in den RCTs, wo dies nur 6,7 % der Patienten betraf (95% KI 4,7-8,9). Mit einer gepoolten Prävalenz von 32,7 % waren gastrointestinale Ereignisse die am häufigsten berichteten UE. Während die unterschiedlichen UE-Raten in RCTs und Beobachtungsstudien mit dem mehr oder weniger intensiven Monitoring begründbar sind, war der zweite Teil des Reviews, in dem in fünf Studien nach Prädiktoren für UE gefahndet wurde, doch interessanter. Es zeigte sich, dass ein positiver RF-Status, hoher BMI und HAQ-Score mit einem Abbruch der MTX-Therapie aufgrund von UE assoziiert waren. ACPA-Negativität, Rauchen und ein erhöhtes Kreatinin waren wiederum mit Leberenzymwerterhöhungen assoziiert. 

Zumindest im Hinblick auf modifizierbare Risikofaktoren für mit MTX verbundene UE bietet das Review Ärzten eine Kommunikationshilfe gegenüber den Patienten im Umgang mit MTX.

Quelle: Rheumatology 2021; doi: 10.1093/rheumatology/keab304