Kein erhöhtes Progressionsrisiko unter TNF-Blockern

Deutsche Rheumatologen um Xenofon Baraliakos, Herne, verglichen retrospektiv die radiologische Progression von acht Jahre mit dem TNF-Blocker Infliximab behandelten Patienten mit Ankylosierender Spondylitis (AS) mit historischen Kontrollen aus der Herne-Kohorte ohne jegliche Anti-TNF-Therapie.

 

Eingeschlossen wurden Patienten mit lateralen Röntgenaufnahmen von Hals- und Lendenwirbelsäule zu Studienbeginn und nach acht Jahren. Primärer Endpunkt war die radiologische Progression gemäß mSASSS in der Infliximab- (n=22) und Herne-Kohorte (n=34). Bezüglich des mSASSS gab es zu Beginn mit 13,2 vs. 14,2 keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Kohorten (p=0,254). Nach acht Jahren fiel die Progression im mittleren mSASSS mit 20,2 vs. 25,9 in der Infliximab-Kohorte geringer aus – dieser Vorteil blieb auch nach Adjustierung auf den Krankheitsschaden zu Baseline mit einem mSASSS von 21,0 vs. 25,5 (p=0,047) bestehen. Die mittlere Differenz im mSASSS war vergleichbar in beiden Gruppen zwischen Jahr 0 und 4, dann aber ausgeprägter in der Herne-Kohorte zwischen Jahr 4 und 8 (p=0,03). Die mittlere Anzahl von Syndesmophyten, zu Beginn noch ähnlich, unterschied sich nach acht Jahren signifikant zugunsten der Infliximab-Kohorte mit 1,0 vs. 2,7 neuen Syndesmophyten pro Patient (p=0,007). Dies änderte sich auch nicht nach Adjustierung auf Alter, Krankheitsdauer, HLA-B27, BASDAI und BASFI zu Baseline. 

Trotz geringer Patientenzahl und retrospektivem Studiendesign scheint es unabhängig von einer Anti-TNF-Therapie in beiden Gruppen zu einem Anstieg der Formation neuen Knochens zu kommen. Nachdem dieser nach acht Jahren unter dem TNF-Blocker sogar geringer ausfiel, sprechen die Daten eher gegen eine größere Bedeutung der TNF-Brake-Hypothese.         

Quelle: Ann Rheum Dis 2013; doi:10.1136/annrheumdis-2012-202698