Rheumatoide Arthritis

Intensives Therapiemanagement zahlt sich auch bei etablierter RA aus

Viele Studien haben bei früher, aktiver rheumatoider Arthritis (RA) die Effektivität eines intensiven Therapiemanagements (Tight-control, Treat-to-target) demonstriert, weniger klar war dies hingegen für die große Zahl von RA-Patienten aus der Routineversorgung mit etablierter, mäßig aktiver RA, die bereits auf eine Therapie mit csDMARDs eingestellt sind. In der von Fowzia Ibrahim, London (Großbritannien), und Kollegen vorgestellten TITRATE-Studie wurde nun in einem solchen Kollektiv untersucht, ob sich auf diese Weise die Remissionsraten steigern lassen.

In der 12-monatigen multizentrischen, individuell randomisierten Studie erfolgte ein Vergleich einer Standardversorgung (SoC) mit einem intensiven Management, das monatliche Termine beinhaltete, bei denen von speziell ausgebildeten medizinischen Fachkräften klinische Parameter erfasst, eine Titration der Medikation veranlasst und psychosoziale Unterstützung gewährt wurde. 

Primärer Endpunkt war eine Remission nach 12 Monaten im DAS28-ESR, sekundäre Endpunkte waren unter anderem Fatigue und körperliche Funktion. Insgesamt 335 Patienten wurden 1:1 randomisiert, bei 90 % (n=303) lagen die vollen 12-Monats-Daten vor. Das intensive Management war im Vergleich zur SoC mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit für das Erreichen einer DAS28-ESR-Remisison <2,6 nach 12 Monaten verbunden (32 vs. 18 %; p=0,004). 

Dieses Ergebnis konnte auch für alternative Kriterien einer Remission bestätigt werden. Auch erreichten mehr RA-Patienten mit dem intensiven Management eine niedrige DAS28-ESR-Krankheitsaktivität ≤3,2 (48 vs. 32 %; p=0,005). Überdies kam es zu einer substanziellen Reduktion von Fatigue (mittlere Differenz -18; 95% KI -24 bis -11; p<0,001). Es gab zugleich keine Hinweise auf mehr schwere unerwünschte Ereignisse (n=15 vs. 11) oder andere unerwünschte Ereignisse (114 vs. 151). Im Ergebnis wies die TITRATE-Studie somit einen signifikanten Nutzen eines intensiven Managements inklusive psychosozialer Unterstützung durch ausgebildete medizinische Fachkräfte bei Patienten mit langjähriger, mäßig aktiver RA nach – sowohl in Bezug auf Remission als auch Fatigue. 

Auf Deutschland übertragen könnte hier sicherlich bei konsequentem Einsatz der Rheumatologischen Fachassistenz eine weitere Verbesserung der Patientenversorgung erreicht werden.    

Quelle: Semin Arthritis Rheum 2020; 50(5): 1182-1190