EOSINOPHILE GRANULOMATOSE MIT POLYANGIITIS

Gute Effektivität und Sicherheit von Mepolizumab

Der gegen Interleukin (IL)-5 gerichtete Antikörper Mepolizumab hat sich in der Phase-III-Studie MIRRA als wirksam in der Therapie der Eosinophilen Granulomatose mit Polyangiitis (EGPA) erwiesen, auch wenn dies nicht in einer Zulassung mündete. Die Effektivität von Mepolizumab 300 mg bei rezidivierender bzw. refraktärer EGPA mit unzureichender Effektivität von Glukokortikoiden (GK) im klinischen Alltag bewerteten nun japanische Rheumatologen um Yoshiya Tanaka, Kitakyushu, über 12 Monate in einer praxisnahen Real-World-Studie.

Insgesamt 16 Patienten mit rezidivierender bzw. refraktärer EGPA, die unzureichend auf GK ansprach, erhielten Mepolizumab 300 mg. Von diesen Patienten wurden retrospektiv die Daten 12 Monate vor der Mepolizumab-Gabe gesammelt. 

Primärer Endpunkt war die 12-Monats-Remissionsrate nach Mepolizumab-Applikation, sekundäre Endpunkte waren der Birmingham Vasculitis Activity Score (BVAS), Vasculitis Damage Index (VDI), Eosinophilen-Zahlen, Veränderungen in der Dosierung begleitender GK und Immunsuppressiva (IS), die Retentionsrate und Inzidenz unerwünschter Ereignisse (UE). Verglichen wurde der klinische Verlauf vor und nach der Mepolizumab-Gabe. Die 12-Monats-Remissionsrate nach Mepolizumab-Initiierung betrug 75 %. Während in der Zeit vor der Mepolizumab-Gabe keine Veränderung im BVAS, der Eosinophilen-Zahl oder GK-Dosis ersichtlich war, zeigte sich nach der Therapie mit dem Anti-IL-5-Antikörper eine signifikante Reduktion dieser Parameter im zeitlichen Verlauf. Auch die Anzahl von Patienten mit begleitender IS-Therapie sank in der Folge, der VDI blieb unverändert. Die Mepolizumab-Retentionsrate betrug 100 % und nur bei 3 Patienten (18,8 %) kam es zu Infektionen. Die Reduktionen im BVAS, der Eosinophilen-Zahl und begleitenden kumulativen GK-Dosis, nicht aber im VDI, waren signifikant höher nach der Mepolizumab-Therapie. Die Studie bestätigt somit in der Praxisrealität eine gute Wirksamkeit und Sicherheit von Mepolizumab bei EGPA mit Abnahme der Krankheitsaktivität und höheren Remissionsraten bei zugleich geringerem Steroidbedarf. Im vergangenen Jahr hatte bereits eine größere französische Studie positive Daten zu dem Anti-IL-5-Antikörper bei EGPA-Patienten mit refraktärem, GK-abhängigem Asthma geliefert, wobei auch eine niedrigere Erhaltungsdosis (100 mg) gut wirksam war.

Quelle: Arthritis Res Ther 2021; 23(1): 86