Frühe PsA: Ergebnisse aus dem SwePsA-Register

Im „Swedish Early Psoriatic Arthritis Register” (SwePsA) wird der Krankheitsverlauf von Patienten mit früher Psoriasis-Arthritis (PsA) in einem praxisnahen „Real-world“-Setting dokumentiert. Schwedische Rheumatologen um Elke Theander, Malmö, nutzten nun Daten dieses Registers, um Informationen zu Prädiktoren für das klinische Outcome dieser Patienten über einen 5-Jahres-Zeitraum zu gewinnen, wobei vor allem der Einfluss des Geschlechts, Gelenkbefalls, einer späten Diagnosestellung und der Krankheitsaktivität zu Studienbeginn im Fokus des Interesses standen.

In sechs Studienzentren wurden Patienten mit Verdacht auf PsA innerhalb von zwei Jahren nach Symptombeginn in das SwePsA-Register eingeschlossen. Die CASPAR-Klassifikationskriterien für PsA wurden von 197 Patienten, für die 5-Jahres-Verlaufsdaten vorlagen, erfüllt. Die Krankheitsaktivität wurde einerseits mit dem DAS28-Score erfasst, überdies wurde der Disease Activity Index for Psoriatic Arthritis (DAPSA) erhoben. Als Outcomekriterien wurden das Erreichen einer Remission und/oder einer minimalen Krankheitsaktivität (minimal disease activity, MDA) festgelegt. Das mittlere Alter der Patienten bei Einschluss in das Register betrug 46 Jahre, wobei die Männer im Schnitt jünger waren (43 vs. 48 Jahre). Für Frauen war im Vergleich zu Männern der mittlere DAS28 sowohl zu Beginn mit 3,7 vs. 3,0 als auch im weiteren Follow-up mit 2,8 vs. 2,1 jeweils signifikant höher. Mit dem DAPSA war auch der andere Score zur Erfassung der Krankheitsaktivität bei Frauen signifikant höher. Das Ausmaß der Verbesserung beider Scores (Veränderung im DAS28 und DAPSA) unterschied sich nicht zwischen den Geschlechtern. Im Vergleich erreichten Männer häufiger eine MDA oder Remission (50 vs. 33 % bzw. 25 vs. 13 %). Auffällig war, dass Frauen bereits bei Studieneinschluss, aber auch nach fünf Jahren signifikant öfter eine Polyarthritis aufwiesen (49 vs. 27 % bzw. 25 vs. 15 %). Bei Männern dominierte ein axiales oder mono/oligoartikuläres Muster des Gelenkbefalls. Unabhängige Prädiktoren für eine MDA nach einem Follow-up von fünf Jahren waren eine kürzere Symptomdauer, besseres Allgemeinbefinden (Gesamt-VAS) und ein niedriger HAQ-Score bei Einschluss in das Register. 

Bei früher Psoriasis-Arthritis sind den aktuellen Daten zufolge eine nur kurze Zeitspanne zwischen Symptombeginn und Diagnose, der Erhalt der Funktionalität und männliches Geschlecht die wichtigsten prädiktiven Faktoren für ein vorteilhaftes klinisches Outcome im 5-Jahres-Follow-up. Die möglichst frühe Diagnose und eine nachfolgende rasche und konsequente medikamentöse Therapie der PsA sind vor allem bei Frauen mit polyartikulärem Befall von größter Bedeutung, schlussfolgern die Autoren.                                      

Kompakt: In der aktuellen, großen Kohortenstudie mit Daten aus dem Health Improvement Network hatten sowohl Patienten mit Rheumatoider Arthritis als auch Psoriasis im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein erhöhtes Mortalitätsrisiko. Dies konnte auch unabhängig von der einen potentiell schwereren Verlauf anzeigenden medikamentösen Therapie mit DMARDs für Patienten mit Psoriasis-Arthritis nicht gezeigt werden. Unter Berücksichtigung anderer Studiendaten zur Mortalität bei PsA-Patienten dürfte diese Frage aber noch nicht abschließend beantwortet sein.

Quelle: Ann Rheum Dis 2013; doi:10.1136/annrheumdis-2012-201972